Xerath – III

| 17. September 2014 | 0 Comments

Xerath

Was passiert, wenn man die technische Brillanz von Meshuggah, Movie-Soundtracks und die symphonisch-angehauchte Brachialgewalt von Winds Of Plague miteinander vermengt? Irgendwo zwischen diesen Anhaltspunkten agieren die Briten Xerath, eine der interessantesten Tech-Bands der jüngeren Vergangenheit. Zwischen Saitenhexerei, Polyrhythmik und klassischem Bombast zieht das Quartett nun das bereits dritte Album der noch jungen Bandgeschichte auf. Schlicht „III“ betitelt, geht es abermals auf eine Reise durch orchestrale Groove-Untiefen.

Vorneweg: 70 Minuten gehen an die Substanz und übersteigen die Grenzen der gängigen Wahrnehmungsfähigkeit. Ob es das abschließende, weitestgehend instrumentale Doppel „Veil“ – gut gemacht, mit insgesamt fast zehn Minuten Spielzeit aber sehr mächtig – oder den einen oder anderen Füller zwischendurch gebraucht hätte, ist Ansichtssache. In ihren starken Momenten setzen Xerath jedoch neue Karrierehighlights, speziell wenn symphonischer Feinklang auf Klargesang trifft. „Passenger“ will hervorgehoben werden, einer der eingängigsten Momente dieser Platte mit bewegenden Melodien und kurzen, beinahe poppigen Abschnitten. Noch eine Spur besser ist „Bleed This Body Clean“, die perfekte Symbiose von technisch anspruchsvollem Groove Metal und überbrandender, orchestraler Energie.

Die starken Tracks wurden geschickt über das gesamte Album verteilt. In den Auftakt „I Hold Dominion“ sind gleich mehrere Songideen, ein Intro und ein Outro eingebaut. Wenn sich aber auch hier aus dem stürmischen Dickicht abermals der Klargesang schält, wird man von proggig-puristischer Schönheit geradezu überwältigt. „2053“ hingegen hält das Tempo hoch und die Spielart extrem, zerhackt eine Fülle gängiger Genre-Einflüsse mit wachsender Begeisterung und lässt Wände erzittern – eine Urgewalt, wie sie später einzig von „Witness“ und „Demigod Doctrine“ erreicht wird.

Einzig die (Um-)Wege dieses Albums sind zu weit. „III“ hätte gut und gerne auf fünf, sechs Songs verzichten, Überleitungen durch kurze Intros und Outros schaffen und sich somit sämtlichen überflüssigen Fettzellen befreien können. Xerath wären beinahe an ihren eigenen überhöhten Ambitionen gescheitert, retten sich aber letztlich durch eine Armada an bockstarken Songs in einem weitestgehend einzigartigen Soundgewand. The rest is noise.

Wertung: 8/10

Erhältlich ab: 19.09.2014
Erhätlich über: Candlelight Records (Soulfood Music)

Website: www.xerath.net
Facebook: www.facebook.com/xerathuk

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Category: Magazin, Reviews

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