Origin – Omnipresent

| 24. Juni 2014 | 0 Comments

Origin

Der Verlust eines Sängers kann zum Genickbruch so mancher Band werden. Ob das auch für Origin gilt? Schließlich stand das Quartett aus Kansas stets für technisch anspruchsvollen, möglichst komplexen und brutalen Death Metal. Nach dem Ausstieg von James Lee teilten sich 2011 auf „Entity“ noch Gitarrist Paul Ryan und Bassist Mike Flores die Vocals, kurz darauf konnte Ex-Skinless-Frontmann Jason Keyser rekrutiert werden, der auf „Omnipresent“ nun sein Studiodebüt für die US-Tech-Veteranen gibt.

Tatsächlich macht die Personalie keinen großen Unterschied, wobei Keyser seine Sache richtig gut macht. Die tiefen, gurgelnden Growls werden durch Ryan und Flores entsprechend angereichert, intensivieren gerade die langsameren, brutal groovenden Passagen von Tracks wie „Manifest Desolate“ oder „Unattainable Zero“ entscheidend. Anspruchsvolle, melodische Gitarrenexkurse und kleinere Zwischenspiele bzw. Mini-Songs („Continuum“, „Permanence“) bieten willkomene Abwechslung, bereichern das Geschehen insgesamt aber kaum.

Im Mittelpunkt stehen dafür Blendgranaten mit knochenzermalmender In-Your-Face-Attitüde („THRALL:FULCRUM:APEX“, „Source Of Icon O“) oder eben komplexere Tracks wie das abschließende „The Indiscriminate“. Letzterer Song beginnt behäbig, geradezu nachdenklich, übt jedoch in weiterer Folge das hektische Wellenspiel des Genres und deckt sämtliche Bereiche ab. Zwischen halsbrecherischen High-Tempo-Passagen, anspruchsvoller Saitenhexerei und manischem, stampfenden Finale ist alles dabei.

Letztlich schlägt die abgehackte Präsentationsweise mit den verschiedenen Zwischenspielen und stark gerafften Songstrukturen ein wenig auf die Gesamtquailtät eines Albums, das nach 35 Minuten auch schon vorbei ist. In dieser Hinsicht ist „Omnipresent“ auf den Punkt geklöppelt, knochentrocken vorgetragen, eine echte Herausforderung für die seelische Gesundheit seiner Hörer zwischen Anspruch und chiropraktischer Vergewaltigung. Abgesehen von „Unattainable Zero“ und, mit Abstrichen, „The Indiscriminate“ fehlen dieser Platte einprägsame Nummern, an die man sich abseits des technischen Blendgranatenspiels dauerhaft erinnern wird. An der instrumentalen Finesse gibt es nach wie vor nichts zu rütteln.

Wertung: 7/10

Erhältlich ab: 27.06.2014
Erhätlich über: Agonia Records (Soulfood Music)

Facebook: www.facebook.com/Origin

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Category: Magazin, Reviews

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