Bantoriak – Vol. II

| 15. Juni 2026 | 0 Comments
Bantoriak

(c) Bantoriak / Argonauta Records

Eine kleine Wüsten-Psych-Jam-Session vor elf Jahren, dann lange leider unsichtbar: Bantoriak, das Soloprojekt von Izio Orsini (Rancho Bizzarro), tauchte 2015 mit „Weedooism“ im sehr losen Bandformat auf. Orsini hält weiterhin sämtliche Fäden fest in der Hand, holte sich für den Nachfolger allerdings einiges an vornehmlich italienischer Szeneprominenz ins Boot. Musiker so illustrer Bands wie Supernaughty, Zen Circus, The Cage und Vesta begleiten das meditative wie forsche „Vol. II“.

In „Blu Bus“ mischt der argentinische Desert-Rock-Veteran Sergio Ch. von Los Natas und Soldati mit. Zarte Vocal-Fetzen aus den Untiefen der Hallkammer begleiten das mystische Intro, dann nimmt die Gitarre das Heft in die Hand. Gewisse Vergleiche mit Yawning Man kommen nicht von ungefähr, denn der gemächliche Transistor-Party-Vibe durchzieht diese sieben Minuten mit aller schweren Leichtigkeit. Im Falle von Bantoriak dürfen die Gitarren gelegentlich donnern und beherzt zulangen, steuern doomige Gefilde an. Bleierne Schwere und erstaunliche Leichtigkeit schaffen einen herrlich bizarren wie sympathischen Spagat.

„La Muerte“ bedeutet in vielerlei Hinsicht einen knackigen Szenenwechsel, rückt sowohl den dröhnenden Bass als auch den erwarteten Psychedelic Rock verstärkt ins Rampenlicht. Gepaart mit abermals verwunderlicher Wucht und etwas mehr Tempo in der Schlussminute, entsteht eine Art Kyuss-Meditation über Proto-Doom. Kann man machen, unterhält mindestens so sehr wie das vorsichtig anrollende „Ritualism“, das sich nur schwer aus seinem anfänglichen Effektsumpf befreien kann. Rituelle Klänge rahmen die siebenminütige Suche ein und verstören. Hingegen setzt „Kairot“ abermals auf einen ausladenden Desert-Psych-Jam, der Orsini und Konsorten bestens zu Gesicht steht.

Gelegentliche Feedback-Ausritte und Distortion-Schleifen treffen auf organische, vorsichtig angelegte und zugleich beherzte Klangarchitektur der angenehm erdrückenden Art. „Vol. II“ wandelt stets an der Schwelle zu willkommener Leichtigkeit. Wiederholt aufziehende Doom-Wände und erstaunliche Heavyness stellen sich mit wachsender Begeisterung und ausgebreiteten Armen in den Weg. Bantoriak lieben mächtige Herausforderungen und jenseitige Psych-Vibes – eine Platte, die Geduld verlangt, die aber mit jedem Durchlauf und jedem Grad besser und einnehmender wird.

Wertung: 8/10

Erhältlich ab: 19.06.2026
Erhältlich über: Argonauta Records

Facebook: www.facebook.com/bantoriakDoom

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Category: Magazin, Reviews

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