Endseeker – Coffin Born

| 16. Juni 2026 | 0 Comments
Endseeker

(c) Florian Lübke

Aus und vorbei: Endseeker machen nach zwölf Jahren Schluss. Das Hamburger Quintett zeigt sich mehr als zufrieden mit allem, was man erreicht hat, und möchte die Band als nach wie vor sehr gute Freunde zu Ende bringen. Was danach für die Musiker ansteht, ist noch nicht klar, für ihren finalen Release haben sich die Death-Metal-Feinschmecker aber für eine EP erschienen, so wie damals alles begann. „Coffin Born“ bringt noch einmal alles hinsichtlich Musik und Haltung auf den Punkt und packt zudem, wie vor über zehn Jahren, eine mächtige Cover-Version aus.

„Enemies Of Peace“ ist ein anti-faschistischer Dampfhammer, der aktuell kaum wichtiger sein könnte. Endseeker ziehen das Tempo ordentlich an, brechen eigene Geschwindigkeitsrekorde und lassen eine knusprige Portion Crust einfließen. Rasend, wütend und beeindruckend präzise rattern diese viereinhalb Minuten durch, gleichermaßen ranzig und pointiert. Dem politisierenden Umfeld bleibt man im Verlauf dieser EP treu: „No After. No Before.“ übt deutliche Kritik an scheiternden Systemen und Strukturen, die von Despoten, Milliardären, Opportunisten und Kriegstreibern zur eigenen schamlosen Bereicherung ausgenützt werden. Kantiger Todesstahl der alten Schule samt ranziger Entschleunigung zwischendurch bietet die passende Begleitung.

Der Titelsong „Coffin Born“ zieht sogleich ins Sägewerk, lässt einen Hauch Melodic Death zu und nähert sich immer wieder donnernden Uptempo-Gefilden an. Ein stetes Wechselbad fauliger Gefühle führt in „Life Breeds Death“, das obligatorische Mini-Epos mit gelegentlichem Abstecher in Richtung Death Doom, mit vertrauten HM-2-Riffing und ein wenig Psychoterror obendrauf. „True Survivor“ macht das Licht aus, im Original von David Hasselhoff (!) vom Soundtrack zu ‚Kung Fury‘. Die Hamburger Kollegen Lord Of The Lost streuen etwas Blut und Glitzer drüber für eine herrlich schräge, finstere und unverschämt eingängige Hymne, die richtig viel Laune macht.

Das war es leider auch schon wieder, nach 23 kurzweiligen Minuten. Endseeker verabschieden sich ohne Frage in Bestform, hätten so noch lange weitermachen können und zerlegen mal eben alles, was sich gerade vor ihnen auftürmt. „Coffin Born“ ist ein standesgemäßer Abschied geworden – hässlisch, ranzig, brutal, heavy as fuck, laut und deutlich, aber auch mit der einen oder anderen Überraschung versehen. Die Death-Metal-Welt verliert echte Meister ihres Fachs, etwaige Nachfolgeprojekte dürfen mit Spannung erwartet werden.

Wertung: 8/10

Erhältlich ab: 19.06.2026
Erhältlich über: Metal Blade (Sony Music)

Facebook: www.facebook.com/endseekermusic

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Category: Magazin, Reviews

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