I Exist – From Darkness

| 29. November 2013 | 0 Comments

I Exist

Von wegen sonniges, hitziges Australien: I Exist aus Canberra haben jene düstere Mischung aus Sludge und Hardcore gepachtet, die man ansonsten vor allem von skandinavischen Bands sowie aus den Sümpfen und Frostmetropolen Nordamerikas kennt. Kürzlich zum Sextett geschrumpft, haben die Mannen aus Down Under nun ihr drittes Album am Start. „From Darkness“ erscheint über Prosthetic Records, hierzulande allerdings nur digital – kein Grund, diesen Release zu übersehen.

Die Aussies legen los wie die Feuerwehr. „Lightning Curse“ bleibt nur knapp über der Zwei-Minuten-Marke und zählt zu den schnelleren, härteren Tracks dieser Platte. Jake Willoughby growlt sich die Seele aus dem Leib, seine Mannschaft mit gleich drei Gitarristen bastelt ein wütendes, krachendes Hardcore-Manifest mit melodischen Untertönen. Diese dezent rockigen Exkurse deuten an, womit man es in den längeren Songs auf dieser Platte zu tun bekommt. Erstes Beispiel dafür ist „Sorrow On Hill 105“, ein gelungenes Wechselspiel von martialischem Sludge und traditionellem Doom. Gerade die instrumentalen Passagen fallen rockig bis melancholisch aus, zwischenzeitlich wird der Härtegrad nach oben geschraubt, Erinnerungen an die YOB-Verehrung von Red Fang werden wach.

In dieser Form geht es weiter: kurze, pointierte Hardcore Sludge-Blendgranaten wechseln sich mit längeren, doomigen Tracks ab. Zu den Highlights zählt „Bloodlust“, das zwischen den beiden Extremen hängen bleibt und das Tempo geschickt variiert. Die Australier versuchen sich offensichtlich an Doom-Punk. Eigenwillig wird es einzig gegen Ende des Albums, wo zunächst das überlange, etwas zähe „From Darkness“ sämtliche Energie raubt, bevor, nach einem Hidden Track, das gänzlich anders klingende „Fool For Death“ als großes Finale gereicht wird. Man hört, dass es sich hierbei – vor allem hinsichtlich der Produktion – um einen Song aus einer früheren Session handelt, der ursprünglich auf Vinyl erschienen war.

So unrund die Platte auch abgeschlossen wird, so positiv fällt der Gesamteindruck aus. I Exist ist ein durchwegs unterhaltsames, ambitioniertes drittes Studioalbum gelungen, das fast durchgehend die perfekte Balance zwischen moderner Core-Härte und schwerfälliger Düsternis findet. „From Darkness“ – der Titel passt wie Arsch auf Eimer. Schade ist bloß, dass das neue Werk der Australier hierzulande bloß digital erscheint – ein Import der CD würde sich durchaus lohnen.

Wertung: 8/10

Erhältlich ab: 03.12.2013 (DL)
Erhätlich über: Prosthetic Records

Facebook: www.facebook.com/iexistcbr

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Category: Magazin, Reviews

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