Mutilation Rites – Empyrean

| 30. Mai 2012 | 0 Comments

Mutilation Rites

Während sich die eine Tür schließt, geht eine andere auf: Nach Jahren im Underground geben Averse Sefira, Kennern durch ihr 2007 veröffentlichtes Album „Advent Parallax“ bekannt, auf. Ihre Lücke in der US Black Metal-Szene könnten Mutilation Rites füllen. Das Quartett aus Brooklyn um Today Is The Day-Bassist Ryan Jones und Ex-Tombs-Drummer Justin Ennis hält nichts von schwarzmetallisch-puristischer Trveness und beruft sich gleichermaßen auf Darkthrone, Enslaved und Discharge. Ihr Debütalbum „Empyrean“, ein 37 Minuten langer Albtraum zwischen Black Metal, Doom, Death und Crust, dürfte einiges an Staub aufwirbeln.

„A Season Of Grey Rain“ eröffnet den Reigen mit wütend nach vorne preschenden Drums, sägenden Gitarren und fiesen Melodie-Ansätzen, die bereits ein wenig gen Crust schielen. Das kurze, leicht doomige Break wirkt wahre Wunder und wird nicht das einzige bleiben. In punkto Dynamik sind Mutilation Rites vorne mit dabei, verdichten ihre Songs mit mehrfach wechselndem Tempo und arschtretender, angethrashter Direktheit. George Paul brummt und röhrt gar schauderbar, blüht in der Darkthrone-Hommage „Realms Of Dementia“ regelrecht auf und bildet gemeinsam mit Michael Dimmitt eine wüste Gitarrenwand, die natürlich gegen die Windmühlen der Unterproduktion ankämpft – hörbar vor allem beim Drum-Sound, wenn unter den Schweden-Riffs von „Fogwarming“ ein wenig die Substanz zu fehlen scheint.

Dabei hat Justin Ennis hörbar Spaß, trommelt auf „Dead Years“ bewusst ein wenig neben der Spur, passend zu den kaum gestimmten Gitarren. Mittendrein schleicht sich ein weiteres Doom-Break ein, meint man sogar sägende Drone-Nebengeräusche zu vernehmen, gar Elemente der Enslaved’schen Übergangsphase. Immer wieder vernimmt man vertraute Töne, zusammengemischt zu einer die Genre-Grenzen aufweichenden Masse, schwammig und doch scharfkantig definiert. „Empyrean“ ist ein hässlicher, abwechslungsreicher Bastard, in so manchem Vorwärtsmarsch ein wenig unspektakulär, aufgrund seiner zahlreichen Breaks aber viel versprechend. Einzig die blutleere Produktion ist trve, denn auch wenn es schön rumpelt, hätte das Mutilation Rites-Debüt mit mehr Dynamik und Druck noch mehr geknallt. Das infernale Gebräu hat Potential, die USBM-Szene gibt ein kräftiges Lebenszeichen von sich – ein amtliches Debüt mit Biss.

Wertung: 7/10

Erhältlich ab: 01.06.2012
Erhätlich über: Prosthetic Records (Sony Music)

Facebook: www.facebook.com/mutilationritesnyc

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Category: Magazin, Reviews

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