Century – Red Giant

| 12. Januar 2012 | 0 Comments

Century

Vom Status eines Nebenprojekts von Armsbendback-Brüllwürfel Carson Slovak haben sich Century mittlerweile emanzipiert, unter anderem in Bassist und Co-Schreier Rick Armellino und Drummer Grant McFarland (beide This Or The Apocalypse) entsprechend engagierte Mitstreiter gefunden. Irgendwo in einer Grauzone zwischen Metalcore, Mathcore und angepunktem Hardcore ist auch ihr zweites Album „Red Giant“ engagiert, das sogar das wütende Debüt „Black Ocean“ vergessen macht und mit dezenter Verspätung auch endlich über den großen Teich kommt.

Wenig überraschend entpuppten sich die 34 Minuten Spielzeit als Höllenritt, als musikalische Tour de Force. Carson Slovak ist erneut unheimlich angepisst – der schier inflationäre Gebrauch des ach so bösen F-Wortes spricht für sich – und lässt in Form von „Lobotomy“, „Synapse“ und dem herrlich angepunkten „Painting Leprosy“ eine Fülle an Blendgranaten los, die Armellino mit infernalem Gekeife verfeinert. Die Grenzen des Metalcore werden locker gesprengt, Hardcore ist das auch nur in Ansätzen und selbst für Math-Fetischisten geht es hier stellenweise zu direkt vor sich. Es grüßt sozusagen die etwas bravere Version von Trap Them.

Für Abwechslung sorgen drei mehr oder minder prominente Gäste. „Oak God“ verfeinert Kevin Martin von Candlebox mit ein wenig Melodie, wobei das echte Highlight die kurzen Napalm Death-Breaks sind. Stellenweise meint man Barney Greenway höchst persönlich vor sich zu haben. In „Dry Bride“ sorgt Folk-Rocker Adam Taylor für eine interessante Note – sein leicht entrückter Klargesang verleiht dem Track eine gewisse psychotische Note. Für zusätzliche Melodie sorgt auch Ex-Armsbendback-Sänger Mike Coasey, der dem infernalen Rausschmeißer „Iconoclast“ ein wenig Dynamik mit auf den Weg gibt – angesichts der zahlreichen Breaks und Bass-Brutalität eine willkommene Abwechslung.

So rasant „Red Giant“ angefangen hat, so plötzlich und wuchtig ist es auch wieder vorbei. In diesem Fall liegt die Würze tatsächlich in der Kürze, denn nach dieser guten halben Stunde klingeln die Ohren. Century sind durchgehend wütend und hungrig, stellen hektische Breaks und Gefiedel neben in die Luft gereckte Fäuste, leben von der spektakulären Dynamik ihrer beiden Brüllwürfel und geschickt eingesetzten Gästen. Ohne Zweifel ist das mittlerweile zum Quintett angewachsene (Ex-?)Nebenprojekt zu Höherem berufen, denn in punkto Songwriting und Energielevel setzen Century einmal mehr ein fettes Ausrufezeichen.

Wertung: 8/10

Erhältlich ab: 13.01.2012
Erhätlich über: Prosthetic Records (Sony Music)

Facebook: www.facebook.com/officialcentury

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Category: Magazin, Reviews

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