Restless Spirit – Restless Spirit

| 8. Mai 2026 | 0 Comments
Restless Spirit

(c) Mike Marcon

Metal, nicht mehr und nicht weniger. So oder so ähnlich lässt sich das mittlerweile vierte Studioalbum von Restless Spirit zusammenfassen. Das Trio aus Long Island, New York fand im Laufe der Jahre seinen Sound und konzentriert sich vor allem auf die Grundlagen des Genres, von den Proto-Anfängen bis hin zu mächtigen späteren Riffs, natürlich sehr britisch geprägt. Zugleich findet man damit die perfekte Antwort auf den Vorgänger „Afterimage“, auf dem Gitarrist und Sänger Paul Aloisio einen herben persönlichen Verlust verarbeitete und zunehmende Verzweiflung vertonte. „Restless Spirit“ will ermutigen, trotz aller Rückschläge durchzuhalten, und reicht die rettende Hand.

Zugleich konzentriert sich das Trio auf seinen musikalischen Kern, stößt überflüssiges Beiwerk ab und bemüht sich um zeitlose Heavyness. Was leicht gesagt scheint, funktioniert tatsächlich. Das zeigt sich zum Beispiel in „Desolation’s Wake“, das in knapp vier Minuten mehrere mächtige Ideen vereint und sich doch einbrennt. Der schroffe, psychedelisch angehauchte Auftakt führt auf die falsche Fährte, dann baut sich das Bollwerk auf und zwingt ebenso in die Knie wie der Opener „The Burning Need“. Vertraute Stoner- und Doom-Elemente schwingen weiterhin mit, wenngleich in einen insgesamt klassischeren Metalkontext eingebettet. Sägende Schwere, ein verhalten hymnischer Chorus und feine Soloarbeit finden gekonnt zusammen.

Das Langformat nutzen Restless Spirit, um sich etwas weiter aus dem Fenster zu lehnen, bleiben ihrer verfeinerten Ausrichtung allerdings treu. Die schiere Wucht von „Time And Distance“ reißt binnen Sekunden mit, der verschleppte Mittelteil kommt gut, wie auch der doomige Abgang. In „Hallowed“ werden angenehme Erinnerungen an The Sword wach – mystisch, drückend und eindringlich zugleich. Und dann ist da noch „Phantom Pain“, das sich sogar ein wenig in Richtung Neun-Minuten-Marke orientiert. Scharfkantige Riffs, mehrstimmige Leads, etwas NWOBHM sowie ein mystischer Instrumentalpart mittendrin zerren hin und her. Bis zum finsteren Finale.

Selbstverständlich verabschieden sich Restless Spirit nicht so ganz von ihrem bisherigen Schaffen, misten aber dennoch fröhlich aus. Und das bekommt ihnen gut, denn die insgesamt sehr erdige Präsentation weiß zu unterhalten. Deutlich mehr Riffs, drückende Härte und packende Gesangsmelodien finden schnell zusammen – mal sehr klassisch und reduziert, dann wieder doomig und finster, bevor süffige Gitarrenwände das Heft fest in die Hand nehmen. „Restless Spirit“ hat hohen Unterhaltungswert, klingt auf angenehme Weise zeitlos und doch stets nach dem Trio aus Long Island – gekonnte Weiterentwicklung, richtig gute Songs und intensiver Wahnsinn von der ersten bis zur letzten Minute.

Wertung: 8/10

Erhältlich ab: 08.05.2026
Erhältlich über: Magnetic Eye Records

Facebook: www.facebook.com/restlessspiritny

Slider-Pic (c) Paul Aloisio

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Category: Magazin, Reviews

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