-(16)- – Forgeries Volume 1, 1972 – 1984

| 28. April 2026 | 0 Comments
-(16)-

(c) Chad Kelco

Die überaus fleißigen -(16)- arbeiten weiterhin an ihrem Legendenstatus und schütteln in schöner Regelmäßigkeit bekömmliche bis überfordernde Sludge-Kost aus dem imaginären Ärmel. Nur 15 Monate nach „Guides For The Misguided“ gibt es Nachschub vom US-Quartett, wenngleich etwas anders als sonst. Die Kalifornier covern nämlich für ihr Leben gern und haben das Ergebnis auf ein Album gepackt. „Forgeries Volume 1, 1972 – 1984“ tankt sich in elf Kapiteln durch die Rock- und Metal-Geschichte.

Manche Songs kommen alles andere als überraschend, darunter „St. Vitus Dance“ von den Metal-Urvätern Black Sabbath. Bleierne Schwere, verschwitzter Groove und präzises Riffing schlagen mit wachsender Begeisterung um sich, die Vocals kommen überraschend zögerlich aus den Untiefen des Arrangements. Dass es keiner der erwarteten schwerfälligen späteren Black Flag-Songs sondern „Beat My Head Against The Wall“ geworden ist, lässt zumindest etwas aufhorchen. Geschickt variieren -(16)- das Tempo, lassen wiederholt eskalieren und reizen doch gewisse fast-melodische Glanzmomente aus.

Und dann ist da noch „Tragedy“ von den Bee Gees. Der Disco-Klassiker wurde auf beinahe sieben Minuten ausgedehnt und in erwarteter Sludge-Doom-Manier entstellt. Bleierne, sägende Schwere und geifernde, brutale Vocals zerlegen den Track in seine Einzelteile. Dennoch bleibt der Refrain unkaputtbar und lässt sich auch in dieser Version prima mitsingen. „Cities On Flames With Rock And Roll“ von Blue Öyster Cult“ lässt -(16)- hingegen so bluesig wie selten klingen. Auch das steht ihnen richtig gut zu Gesicht – furztrocken und erdrückend zugleich. Hingegen rast der Scorpions-Track „Can’t Get Enough“ mit punkiger Wucht durch und erschlägt im Vorbeigehen ein wenig.

Letztlich zeigen -(16)-, wie ein gutes Cover-Album im Idealfall klingen kann. Die Vorlagen bleiben erkennbar, werden aber keinesfalls stur heruntergespielt. Zugleich drückt das Quartett ihren Versionen hörbar den eigenen Stempel auf, erschafft etwas Neues und schlägt doch die Brücke zu den längst vergangenen Tagen der Originale. All das macht „Forgeries Volume 1, 1972 – 1984“ sehr unterhaltsam, fast wie eine reguläre Platte der Kalifornier und doch zugleich stets sein eigenes Biest. Eine Fortsetzung in ähnlicher Form wäre mehr als willkommen.

Wertung: 8/10

Erhältlich ab: 01.05.2026
Erhältlich über: Heavy Psych Sounds Records (Cargo Records)

Facebook: www.facebook.com/16dropout

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Category: Magazin, Reviews

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