-(16)- – Dream Squasher

| 5. Juni 2020 | 0 Comments
-(16)-

(c) Chad Kelco

Die Urväter des Sludge sind wieder da, und zwar wütender denn je. Seit bald 30 Jahren – kommendes Jahr feiern sie großes Jubiläum – drücken -(16)- der schlammigen Wuchtbrumme ihren Stempel auf, mit Stoner-Rock-, Noise- und Hardcore-Wucht geschickt gestreckt. Neue Musik gibt’s nach wie vor nur in lockerer Abfolge, Positive Vibrations sind so und so Mangelware. „Dream Squasher“, der Titel ihrer mittlerweile achten Langrille, ist selbstverständlich Programm.

Tatsächlich versuchten -(16)- ihre Texte etwas positiver zu gestalten, wohl mit einem gewissen Augenzwinkern. Das Ergebnis lautet auf den Titel „Me And The Dog Die Together“ – der Protagonist liebt seinen Hund so sehr, dass er sich umbringen würde, stieße dem Vierbeiner etwas zu. Musikalisch ist von Tierliebe herzlich wenig zu hören, denn der wütende Uptempo-Ausritt wütet mit vertrauter Wucht, explosivem Esprit und Hardcore-Untertönen. Davor lauert das reduzierte, unbequeme „Candy In Spanish“. Hier nähern sich die US-Amerikaner den Noise-Rock-Wurzeln des Genres an, bevor wütende Drumsalven in zähes Chaos entführen.

Natürlich gestaltet sich diese neue Platte unbequem und hasserfüllt. „Agora (Killed By A Mountain Lion)“ macht es vor – langsam, zäh, bis zur Unkenntlichkeit ausgedehnt und im besten Sinne vernichtend. Für Sentimentalitäten bleibt keine Zeit, denn -(16)- schwimmen viel lieber in der Genre-Ursuppe. Hingegen bemüht sich „Sadlands“ um harmonische Momente, um packende Melodien, angedeutete Stoner-Sludge-Singalongs und sogar eine feine Prise Retro-Energie. Auch das passt ins Bild und fällt dennoch aus dem Rahmen, sprich: alles wie immer. Schließlich führt „Summer Of ’96“ all diese Welten zusammen und serviert brachiale Kost der einprägsamen Art.

Überraschende Neuerungen oder gar revolutionäre Erkenntnisse bleiben zwar aus, zugleich sind -(16)- jedoch meilenweit davon entfernt, ihr Erbe einzig zu verwalten. „Dream Squasher“ bringt vertraute Qualitäten mit, suhlt sich in etabliertem Wahnsinn und bedient sämtliche Extreme vom räudigen Sprint über den melodischen Beinahe-Rocker bis zum unwirtlichen, unwirschen Biest. Drei Jahrzehnte nach Bandgründung bleiben die Veteranen aus Südkalifornien an der kreativen Speerspitze jenes Genres, das sie einst mitbegründeten.

Wertung: 8/10

Erhältlich ab: 05.06.2020
Erhältlich über: Relapse Records (Membran)

Facebook: www.facebook.com/16Band

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Category: Magazin, Reviews

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