16 – Deep Cuts From Dark Clouds

| 11. Mai 2012 | 0 Comments

16

Seit ihrem Comeback-Album und Relapse-Debüt „Bridges To Burn“ 2009 kämpfen 16 wieder verdientermaßen um die Sludge-Krone. Das Quartett aus Los Angeles musste zwischenzeitlich Drummer Jason Corley gehen lassen (nach 1994 zum zweiten Mal) und konnte in Mateo Pinkerton einen ebenso fähigen Nachfolger finden. Ausgiebige Tour- und Recording-Aktivitäten später steht nun „Deep Cuts From Dark Clouds“ in den Startlöchern, auf dem die US-Amerikaner ihren Ruf als eine der besten, gleichermaßen am meisten unterbewerteten Sumpf-Bands des Globus festigen.

Viel hat sich bei 16 nicht getan, was jedoch kein Fehler sein soll. Im Gegenteil: Gewohnt routiniert brettern die US-Amerikaner durch zehn mächtige Songs, angetrieben von Cris Jerues wütendem Gesang. „Theme From ‚Pillpopper'“ eröffnet das Album mit einem klassischen Sludge-Riff, punktet mit Dynamik und mächtig Groove. Letzteres ist ein entscheidender Bestandteil des Bandsounds, beispielsweise im doomigen „Parasite“ nachzuhören. Hier nehmen 16 das Tempo stellenweise komplett raus, wenden sich für wenige Momente aber sogar punkigen Klängen zu. Ihren Punch haben die Herren immer noch, die mächtige Produktion setzt obendrein die entsprechenden Akzente.

Zu den Highlights zählen „Ants In My Bloodstream“, gerade was die Gitarrenarbeit und den leicht versetzten Off-Beat betrifft, sowie das unanständig direkte „Beyond Fixable“ mit Haaren auf den Zähnen. Füllmaterial: Fehlanzeige. Stattdessen steigen 16 im Rausschmeißer „Only Photographs Remain“ in den Doom-Hades hinab für den wohl zähsten Track auf „Deep Cuts From Dark Clouds“. Nur für Sekunden wechselt Pinkerton in den Uptempo-Bereich, lässt monströsen Gitarren Raum zur Entfaltung. Überhaupt ist das zehnte 16-Album ein schwerfälliges, riffgesteuertes Monster, das vor allem von seiner ohrenbetäubenden Wucht und seinem kernigen Auftreten lebt. Sumpf, Schwefel und Schweiß – manche Dinge ändern sich nie. Die Krone scheint zu seinen rechtmäßigen Besitzern zurückzuwandern.

Wertung: 8/10

Erhältlich ab: 11.05.2012
Erhätlich über: Relapse Records (Rough Trade Distribution)

Facebook: www.facebook.com/16Band

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Category: Magazin, Reviews

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