Wage War – It Calls Me By Name

(c) Wage War / Fearless Records
Ein lautstarker Gruß an die Heimat geht im Hause Wage War raus. Knapp zwei Jahre nach „Stigma“ schüttelt das US-Quintett einen wütenden Dampfhammer aus dem Ärmel, der eng mit der eigenen Heimat verbunden ist. Die EP „It Calls Me By Name“ ist zwar kein Konzeptwerk, dreht sich aber voll und ganz um einen sehr eigenen, bestimmten Mikrokosmos: Florida, der Sumpf und die kompromisslose Aggressivität der Natur.
Nach eigenen Angaben unterstreicht der Release den eigenen Sound und drängt noch etwas weiter in metallische Gefilde. Entsprechend wuchtig, vielfältig und gerne mal unvorhersehbar gestaltet sich das Ergebnis. „Song Of The Swamp“ schraubt die Wucht ordentlich nach oben und gibt sich der Brutalität hin. Blast-Attacken, Core-Nackenbrecher, ein wenig Elektronik, geifernde Screams und sogar kleinere Death-Metal- bzw. Deathcore-Einlagen machen sich gut. Auf die etatmäßige melodische Auflösung wartet man vergeblich. Das folgende „4×4“ intensiviert die Überspitzung mit Nu-Metalcore-Breakdowns, schlägt wüst um sich und lässt Schläge hageln.
„Blindfold“ mag es ebenfalls ein wenig synthetischer, setzt jedoch auf Ruhe, auf Klargesang und anmutige, semi-balladeske Klänge. Die metallisch angehauchte Hymne zeugt zugleich von den noch besseren Songwriting-Skills des Quintetts, das richtig große Melodien angenehm unpeinlich umsetzen kann. In „Karma“ geht es wieder zurück zu etwas klassischeren Metalcore-Klängen, wenn moderne Brutalität, feinsinnige Melodien und ein überlebensgroßer Refrain zusammenkommen. Damit erfinden Wage War zwar das Rad nicht neu (angedeutete Trap-Elemente in den Strophen ausgeklammert), stören aber ebenso wenig wie im abgedrehten, leicht chaotischen „Purify“, das die Urgewalt des Openers erneut aufgreift.
Drei mutige Schritte in die richtige Richtung bekommen Wage War bestens. Signifikant nach oben geschraubte Intensität und mehr metallische Wut stehen dem US-Quintett exzellent zu Gesicht. Unmittelbare Explosivität, eine Orientierung in Richtung Nu Metal, Deathcore, Beatdown und Elektronik, dazu die gelegentlichen semi-vorhersehbaren Momente – die Mischung stimmt auf jeden Fall. In fünf Kapiteln entwickeln sich die Herren aus Florida weiter und zollen ihrer Heimat auf leicht schräge Weise Tribut. Das passt prima ins Bild und weiß zu unterhalten. Wie es weitergeht, darf schon jetzt mit Spannung erwartet werden.
Wertung: 8/10
Erhältlich ab: 17.04.2026
Erhältlich über: Fearless Records
Website: wagewarband.com
Facebook: www.facebook.com/wagewar


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