Baest – Colossal

| 15. August 2025 | 0 Comments
Baest

(c) Impuls Film

Baest melden sich mit neuem Material zurück, erstmals seit über vier Jahren auf Albumlänge. Untätig war das dänische Death-Metal-Bollwerk in den letzten Jahren keinesfalls. Es gab eine EP und diverse Singles, die den aktuellen Releasezyklus bereits im Vorjahr einläuteten. Und doch wünschte man sich zum Zehnjährigen etwas Veränderung. „Colossal“ wurde über einen Zeitraum von zwei Jahren gemeinsam mit Tue Madsen erarbeitet und markiert einen kleinen, aber feinen Einschnitt. Denn, ganz dem Albumtitel entsprechend, entwächst der Sound den Old-School-Wurzeln endgültig.

So überraschte bereits der Vorbote „King Of The Sun“ mit seinen rockigen Riffs und bärbeißigem Death’n’Roll ein wenig, melodisch und vertrackt, aber zugleich unfassbar evil – stellenweise nur einen gefühlten Wimpernschlag von Kvelertak entfernt und doch typisch Baest. Jesper Binzer von den legendären Hard-Rockern D-A-D mischt hier mit und leiht dem Track seine herrlich heisere, dreckige Stimme – ein spannendes Experiment. „Misfortunate Sun“ sucht hingegen das andere Extrem, erhöht das Tempo und spielt mit Black-Metal-Elementen. Dafür sorgen ORM, Meister epischer schwarzmetallischer Sounds. Auch diese bizarre wie mitreißende Facette steht dem Quintett bestens zu Gesicht.

Es geht aber auch im Alleingang, siehe und höre der manische Stomper „Colossus“. Im bereits weit vorab veröffentlichten Quasi-Titelsong stampfen Baest wieder und wieder wütend auf, nur um aus dem gefühlten Nichts einen imaginären Schalter umzulegen und durch die Decke zu gehen. „Depraved World“ verschiebt die Vorzeichen zu epischem Melodic Death Metal, voller Spannungsbögen und kleiner Wendungen, die den Sechsminüter unfassbar fies und doch catchy machen. Auch „Imp Of The Perverse“ bringt ein paar hymnische Töne mit, nur um zwischendurch komplett am Rad zu drehen und das Drumset mit wachsender Begeisterung zu verprügeln. Das Ergebnis: eine dynamische Tour de Force.

Die Überraschung ist geglückt: Zwar klingen Baest keinesfalls wie eine komplett neue Band, bewegen sich jedoch mehr als erfolgreich aus ihrer Komfortzone heraus und liefern auf ganzer Linie ab. „Colossal“ hat zwar das perfekte Mischverhältnis noch nicht komplett gefunden, kann dafür mit seinen vielen kleinen und großen Experimenten überzeugen. Der melodische, stellenweise sogar leicht proggige Ansatz steht den Dänen gut zu Gesicht, brutaler wie klassischer Death Metal zwischendurch nimmt Vertrautes mit, zudem geht man mit den Gästen in unerwartete, spannende Richtungen. Mut zur Veränderung sorgt für ein starkes, herrlich abgefucktes und doch mitreißendes Album: Baest liefern einmal mehr ab.

Wertung: 8/10

Erhältlich ab: 15.08.2025
Erhältlich über: Century Media (Sony Music)

Facebook: www.facebook.com/baestband

Teile diesen Artikel

Tags: , , , ,

Category: Magazin, Reviews

Demonic-Nights.at - AKTUELLES