Baest – Danse Macabre

| 15. August 2018 | 0 Comments
Baest

(c) Nikolaj Bransholm / Bransholm Photography

Dänemark und Death Metal, da denkt man vor allem an moderne, melodische und herrlich vertrackte Bands. Klassischer Schwedentod fristet im kleinen nordischen Land hingegen ein Schattendasein, zumindest im Vergleich zu den eingangs erwähnten Spielarten. Dies wollen Baest nun ändern. Erst vor drei Jahren gegründet, überzeugten sie mit ihren bisherigen an Grave, Dismember und Entombed erinnernden Kleinformaten. Als Top-Newcomer gehandelt, schnappte Century Media sofort zu und veröffentlicht nun das Full-Length-Debüt „Danse Macabre“.

Wie der Albumtitel unschwer erkennen lässt, dreht sich auf lyrischer Ebene alles um den Totentanz, und da will sich die Musik ebenso wenig lumpen lassen. Der Titelsong repräsentiert gleich mal eine von zwei Stufen Baests: das zähe, vertrackte Midtempo-Monster mit gelegentlichen, druckvollen Ausschlägen nach oben. Über ein ellenlanges Intro hangelt sich das Quintett zu gutturalen Growls vor, wechselt gekonnt zwischen Rumpelkammer und Beton, dazu spielen die Gitarren den Psychoterror-Walzer mit wachsender Begeisterung. Gerade im Mittelteil muss man Nerven wie Drahtseile haben.

Darf es lieber eine Spur direkter und brachialer sein? „Vortex“ spielt mit infernalen Mustern, schraubt das Tempo immer wieder in die Höhe und imitiert zudem den ikonischen Sound der schwedischen Death-Metal-Pioniere in beneidenswerter Perfektion. Komplexe Untertöne verleihen dem Song eine eigene Note. Der Opener „Crosswhore“ platziert sich hingegen geschickt zwischen den Stühlen. In punkto Heavyness kommt so und so nichts an dieses Bollwerk heran. „Ego Te Absolvo“ kommt abschließend verdammt nahe und schielt sogar ein ganz klein wenig gen Prog Death.

Womit auch klar wäre: Potential für die zweite Platte offenbart sich in großen Mengen. Baest könnten ihren Old-School-Kurs beibehalten oder sich in anspruchsvollere Gefilde orientieren. Bis es zu dieser möglichen Gratwanderung kommt, weiß „Danse Macabre“ allerdings zu unterhalten. Ranzig und formveredelt von vorne bis hinten, verpasst es der alten Schule einen wichtigen Arschtritt und bleibt dennoch angenehm eigenständig. Das schaffen heute nur sehr, sehr wenige Bands in diesem Genre.

Wertung: 8/10

Erhältlich ab: 17.08.2018
Erhältlich über: Century Media Records (Sony Music)

Website: www.baestband.com
Facebook: www.facebook.com/baestband

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Category: Magazin, Reviews

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