Tuscoma – Arkhitecturenominus

| 13. August 2018 | 0 Comments
Tuscoma

(c) Antena Krzyku Records

Bevor sie apokalyptisches Chaos heraufbeschworen, waren Kurt Williams und Joe Wright Mitglieder der neuseeländischen Post-Punk-Szene-Ikonen Hollywoodfun Downstairs – ein wenig ruppig und missmutig, und doch von besonderem Unterhaltungswert. Das Nachfolgeprojekt Tuscoma drängt Punk-Anleihen nun gen wütende Schwärze. Blackened Hardcore und Mathcore sind nur einige der Zutaten ihres wahnwitzigen Debütalbums „Arkhitecturenominus“.

Wie der Vorbote „Aerial Views Over Barcelona“ bereits eindrucksvoll illustriert, geht es auf diesem Einstand mit dem komplexen Titel angenehm kaputt vor sich. Black Metal-Elemente geben sich auch als solche zu erkennen, rundherum kollidiert (Post-)Punk mit wütendem Core und gelegentlichen Blast-Attacken. Garniert wird das chaotische, infernale Arrangement von heiseren Screams, die durchaus zu entnerven wissen. „A Place In The World“ gelingt das sogar noch eine Spur besser, weil Tuscoma hier bevorzugt auf Anschlag operieren und das Tempo immer weiter in die Höhe zu schrauben scheinen.

Es ist gar nicht so leicht, echte Favoriten aus diesem engmaschigen Machwerk herauszulösen, und doch bleiben gewisse Momente hängen. Die wütende Anti-Melodik von „828 To The Burj“ erinnert stellenweise sogar ein wenig an Botch, während „Boxlife“ ein wenig mit den ruhigeren, von Swans inspirierten Napalm Death-Tracks kokettiert. Sogar ein wenig Gesang schimmert hier durch. Und der Titelsong? „Arkhitecturenominus“ erinnert etwas an alte Dillinger Escape Plan-Exkurse mit rustikalem Emperor-Unterbau – klingt komisch, funktioniert aber.

Natürlich gestaltet sich „Arkhitecturenominus“ auf Albumlänge alles andere als zugänglich, aber was hat man bei diesem wilden Soundmix auch großartig erwartet? Das latente Chaos, zu welchem sich Tuscoma am laufenden Bande hinreißen lassen, entpuppt sich als großartig durchdachte Mischung extremster Punk-, Core- und Metal-Spielrichtungen. Immer wieder schlägt das neuseeländische Duo unerwartete Haken, setzt neue Ausrufezeichen und brennt sich auf beste Weise in die Großhirnrinde ein. Wie ein nicht enden wollendes Workout, bloß auf Platte gebannt.

Wertung: 8/10

Erhältlich ab: 16.08.2018
Erhältlich über: Antena Krzyku Records / Opensources (DL-Album)

Facebook: www.facebook.com/Tuscomaofficial

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Category: Magazin, Reviews

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