Threat Signal – Revelations

| 23. März 2026 | 0 Comments
Threat Signal

(c) Andrew Minarik

Die Wartezeiten zwischen ihren Alben mögen mehr und mehr zunehmen, doch an Klasse haben Threat Signal seit ihrem Einstand, der heuer 20. Geburtstag feiert, rein gar nichts eingebüßt. Mit Frontmann und Gründungsmitglied Jon Howard, Gitarrist Travis Montgomery und Bassist Pat Kavanagh hat man mittlerweile ein stabiles personelles Rückgrat am Start, zudem meldet sich Joey Muha an den Drums zurück, während der zweite Gitarrist Oswin Wong erstmals mit den Kanadiern aufnimmt. Mehr als acht Jahre nach „Disconnect“ gibt es in Form von „Revelations“ neues Material.

„Non-Essential“, der an zweiter Stelle befindliche Vorbote, bringt weite Teile des aktuellen Bandsounds gekonnt auf den Punkt. Wütende, angethrashte Attacken, technischer Anspruch, ein wenig Melodic Death und Metalcore zwischendurch, dazu mörderischer Groove und zermürbende Extreme – fertig ist ein gleichermaßen anspruchsvoller wie hymnischer Track, der sich wiederholt häutet und mit einem klassischen Gitarrensolo das sprichwörtliche Tüpfelchen auf das I setzt. Davor bemüht „The Great Tribulation“ noch mehr Melodik, einen Hauch Düsternis und weit offene, fast proggig angehauchte Flächen, die wieder und wieder in giftige Sprints umschlagen.

Selbst die etwas käsige Melodie in „NME“ macht Laune, weil nebst ein paar generischen Tönen geschickte rhythmische Variationen und ein offensichtlich in den Jungbrunnen gefallener Jon Howard den Song wiederholt zerlegen und neu zusammensetzen. Der Chorus brennt sich ein, wie auch im imposanten Rausschmeißer „Live For You“. Getragenes Tempo, ein Überangebot an Melodien und stellenweise fast (rock-)radiofreundliche Klänge machen Laune. So nahe waren Threat Signal dem Stadion noch nie. Wer hingegen eher auf ruppige, drückende Action im Stile der früheren Platten steht, lässt sich den Dampfhammer „Death Will Find Us All“ und das mal grantige, mal eindringliche „Exercise The Demon“ nicht entgehen.

Keine große Revolution, kein Stillstand, dafür ein spannender Mittelweg: Threat Signal verbinden Dienst am Fan mit Weiterentwicklung auf Raten. Ihr neuer Longplayer fällt insgesamt eine Spur weniger technisch aus, widmet sich stellenweise noch eingängigeren und hymnischeren Gefilden, nur um wieder und wieder mit der Urgewalt der Anfangstage zuzulangen. „Revelations“ bringt all das zusammen, was die Kanadier ausmacht, brennt sich mit wachsender Begeisterung ein, schmerzt immer wieder, hat weiterhin seine komplexen bis anspruchsvollen Ausreißer und geht stärker denn je ins Ohr. Die Mischung stimmt einmal mehr: Threat Signal pendlen sich auf gewohnt gutem Niveau ein.

Wertung: 8/10

Erhältlich ab: 27.03.2026
Erhältlich über: Agonia Records

Facebook: www.facebook.com/threatsignal

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Category: Magazin, Reviews

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