Apex Ten – Atom

(c) Apex Ten / Tonzonen Records
In Belgien brodelt es. Apex Ten gelten als neue Stoner- und Psych-Hoffnungsträger mit einem Herz für metallische Klänge. Musikalisch brechen sie mit wachsender Begeisterung Konventionen, zerlegen Erwartungen und ringen vermeintlich auserzählten Riff-Weisheiten stets neue Erkenntnisse ab. Im Spätsommer 2024 an nur zwei Tagen live eingespielt, ist ihr erstes Album „Atom“ ein Konzeptwerk über die Reise ins Jenseits, von der Finsternis bis zur kosmischen Wiedergeburt.
„Ruthless“ trennt die Seele vom Körper und begibt sich auf die große Reise. Erst noch von einer dunklen, gewalttätigen Welt umgeben, beginnt die Suche nach Licht. Es drückt, schiebt und brodelt an allen Ecken und Enden, die Gitarre beginnt zeitweise zu singen und transportiert Stoner-Riffs in interstellare Gefilde. Kleine Muskelspiele und metallische Härte machen den Weg frei für „Rot“, das mit ordentlichen Screams sogar in post-metallische Bereiche eintaucht. Pure Wut und Verzweiflung begleiten den Verwesungsprozess, während der Geist versucht, sich endgültig loszureißen und aufzusteigen.
Eine gewisse Akzeptanz symbolisiert „Mellow“, das psychedelisch und krautig ausfällt, zudem etwas Stoner-Prog und feinsinnigen Gesang hinzuholt – mindestens so bewusstseinserweiternd wie das folgende „Brainwasher“, das nach klaren Gedanken sucht. Apex Ten driften wieder in etwas nachdenklichere Gefilde ab, kollidieren mit omnipräsenter Schwere und lassen die Gitarre in der zweiten Hälfte dagegen antreten. Danach wird es bizarr, denn „LFO“ klingt wie Gehirnwellen, setzt auf Drone und Störsignale. Auf die Kopfschmerzen folgt schließlich die Erlösung, wenn „Argon“ die Wiedergeburt einleitet. Und die gestaltet sich schwerfälliger als gedacht.
Das hier kann man mit Fug und Recht als starken Tobak bezeichnen, zumal die gesamte Reise in unter 33 Minuten durchrattert und dennoch, trotz Ausreizen von Riffs und Gitarrenwänden, erstaunlich viel passiert. „Atom“ muss man in seiner Gesamtheit erfassen, anders funktionieren die teils bizarren Gebilde und bewusst gesetzten Widersprüche nicht. Auch bricht man geschickt mit Schubladendenken, tobt sich experimentierfreudig aus und findet wiederholt zurück zu stimmigen Momenten, zu brachialer Heavyness und zu süffigen Stoner-Prog-Ausritten. Apex Ten fordern mit ihrem ersten Album heraus – es lohnt sich, den Fehdehandschuh aufzunehmen.
Wertung: 8/10
Erhältlich ab: 21.11.2025
Erhältlich über: Tonzonen Records (Cargo Records)
Facebook: www.facebook.com/apextenband


Letzte Kommentare