Sharptooth – Transitional Forms

| 7. Juli 2020 | 0 Comments
Sharptooth

(c) Lance Donati

Wenn das Debütalbum „Clever Girl“ ein Velociraptor war, so Frontfrau Lauren Kashan, dann sei die neue Platte „ein verdammter Tyrannosaurus Rex“. Die Stimme von Sharptooth findet starke Worte für den Zweitling ihrer Band. Mit ihrem wuchtigen Hardcore Punk und Lyrics, die kein Blatt vor den Mund nehmen, schlug das US-Quintett vor sechs Jahren wie eine Szene-Bombe ein. Zwei EPs und ein Full-Length-Werk später steht nun „Transitional Forms“ in den Startlöchern und soll deutlich härter sowie düsterer ausfallen.

Tatsächlich lässt sich diese Feststellung bedenkenlos unterschreiben, denn die schiere Intensität dieser halben Stunde reißt von den Sitzen. „M.P.D.B (Manic Pixie Dream Bitch)“ spielt in dieser Riege der Druckwellen-Dauerbeschallung ganz vorne mit. Über knapp 140 Sekunden packen Sharptooth ein nahezu ununterbrochenes Sperrfeuer aus. Selbst der Breakdown dröhnt ordentlich. Apropos Breakdown: Wie der Opener „Say Nothing (In The Absence Of Content)“ Genre-Platitüden und Nichtigkeiten zugunsten der krassesten Drops zerlegt, ist ganz großes Kino. Hier kommt die ganz feine, zynische Klinge durch.

Jeder dieser zehn Tracks ist für sich angenehm wuchtig. „Hirudinea“ spielt mit den Formeln und Konventionen des Genres, lässt sogar einen kurzen Spoken-Word-Part zu, und zerstört dennoch mit wachsender Begeisterung. Der kurze Singsang und die zart angedeuteten Melodien in „Mean Brain“ führen hingegen auf die falsche Fährte, denn eingängige Momente sucht man weiterhin vergebens. „The Gray“ deutet solche an, nur in der nächsten Sekunde eine weitere Dampfwalze auszupacken. In „Nevertheless (She Persisted)“ kommt tatsächlich ein wenig Gesang durch, ein zartes Blümchen von dem Untergang geweihter Hoffnung.

„Transitional Forms“ erfüllt die Erwartungen und klingt exakt so, wie Lauren Kashan das angekündigt hatte: noch brutaler, noch finsterer, noch intensiver. Das zweite Sharptooth-Album spielt abermals mit den Grenzen dessen, was im Hardcore-Punk-Bereich möglich ist, streckt seine Fühler gen Eingängigkeit aus und lässt sich doch viel lieber im Aggro-Gefilde mit Niveau nieder. Abermals liefert das US-Quintett eine kleine Machtdemonstration ab.

Wertung: 8/10

Erhältlich ab: 10.07.2020
Erhältlich über: Pure Noise Records (Soulfood Music)

Website: sharptoothband.com
Facebook: www.facebook.com/SharptoothMD

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Category: Magazin, Reviews

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