ACxDC – Satan Is King

| 13. Mai 2020 | 0 Comments
ACxDC

(c) Prosthetic Records

Bock auf knackigen Riff-Rock? Perfekt, denn davon gibt es hier genau gar nichts. ACxDC erinnern zwar namentlich an gewisse australische Legenden, tatsächlich handelt es sich dabei um eine Abkürzung für ‚Antichrist Demoncore‘, so der volle Titel. Musikalisch bewegen sich die kalifornischen Veteranen eher im Powerviolence-Bereich mit Grind-, Crust- und Hardcore-Punk-Elementen, zudem nehmen sie es aktuell mit Kayne West auf. Der Albumtitel „Satan Is King“ ist zugleich Reaktion und Antwort auf den übertriebenen Wahnwitz von Wests „Jesus Is King“. Darauf ein Amen.

Wenn Jesus König sein kann, warum nicht auch der Leibhaftige? Mit diesem Mission Statement, welches sich gegen Gier, Exzess und Maßlosigkeit richtet, stürzen sich die US-Amerikaner auf ihre 15 neuen Tracks in gerade einmal 23 Minuten. Und das natürlich in zumeist hohem Tempo, wie es das eröffnende „Singe“ vormacht. Fieses Gekeife, gelegentliche Growls und der Vollsprint mit ein wenig Noise reißen alles nieder, nehmen sich aber auch schon mal Zeit für zumindest angedeuteten Groove.

Obwohl ACxDC mit rasender Wut flirten, bleibt immer wieder mal Zeit für bleiernes Midtempo, welches ironischerweise erst recht zerstörerisch wird. So bellt sich „Propaganda Of The Dead“ durch eine abgefuckte erste Hälfte, dann legt sich der Schalter um und die sprichwörtlichen Fetzen fliegen – siehe und höre auch der Mittelteil von „Copsucker“ oder der wiederholt einen Abhang runterratternde Titeltrack „Satan Is King“. Und wer doch auf AC/DC gehofft hatte, kriegt zumindest „Back In Black Bloc“ als augenzwinkernden Songtitel. Der ausgedehnte Mittelteil groovt sogar ordentlicht.

Ein wenig Fuck The Facts hier, eine Prise Minor Threat da: „Satan Is King“ prescht nach dem „Shock and awe“-Prinzip voran, macht erst einmal alles platt und fragt erst hinterher, ob das auch in Ordnung war. Das Statement gegen Dekadenz, wenngleich ohne Lyric-Sheet kaum nachvollziehbar, kommt gut, das schroffe ACxDC’sche Chaos punktet durch anständige Dynamik, martialischen Groove und pure Gewalt. Man kommt für den Namen und bleibt für die wütende Präsentation.

Wertung: 8/10

Erhältlich ab: 15.05.2020
Erhältlich über: Prosthetic Records

Facebook: www.facebook.com/ACxDC

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Category: Magazin, Reviews

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