Lucifer – Lucifer III

| 17. März 2020 | 0 Comments
Lucifer

(c) Linda Åkerberg

Nach einem guten Einstand hatten sich Lucifer auf ihrem zweiten Album gefunden. Der Einstieg von Nicke Andersson und Johanna Sadonis‘ Umzug nach Stockholm setzten einiges an kreativer Energie frei. Der süffige Hard Rock mit 70s-Sound führte die international besetzte Band, inzwischen zum Quintett angewachsen, auf Tour, wo bereits erste Ideen gesammelt wurden. Die neue Platte wurde schließlich im Eilzugstempo in Anderssons eigenem Studio aufgenommen. Entsprechend spontan, frisch und doch vertraut klingt „Lucifer III“.

Neun kurzweilige Songs, ordentliche Wucht und Dreck, dazu Sardonis‘ gewohnt fordernder, angenehmer Gesang – die Formel wirkt vertraut. „Midnight Phantom“ punktet sogleich mit hohem Hit-Faktor. Es riecht stark nach Retro-Energie, dezente Düsternis begleitet das Arrangement, die Gitarrenarbeit wirkt feinsinnig und doch brodelnd. Diese Unruhe gibt es immer wieder im Laufe des Albums zu hören, beispielsweise in „Coffin Fever“. Bluesige Untertöne, geschickt eingeflochtene Uptempo-Exkurse und bleierne Schwere machen in aller Gemächlichkeit Laune.

Zwischendurch streuen Lucifer ein paar flottere Klänge ein. „Stay Astray“ klingt über weite Strecken wie ein leidenschaftlicher, aber braver Standard-Rocker, zumindest bis Sardonis das Mikrofon ergreift. Ihre mitreißende Performance zwischen stimmlicher Akrobatik und Understatement bekommt vor allem dem Refrain richtig gut und setzt sich im psychedelisch angehauchten, überlangen „Cemetery Eyes“ wunderbar fort. Die Quasi-Bandhymne „Lucifer“ mit Solo-Akrobatik sowie der angenehm süffige, ausufernde Opener „Ghosts“ wollen ebenfalls nicht außer Acht gelassen werden.

Lucifer verzichten auf Überraschungen, was letztlich vollkommen in Ordnung ist. Die Schweden wissen mittlerweile, wie der Hase läuft, und haben eine verlässliche Formel gefunden, ohne formelhaft zu klingen. Das liest sich vielleicht seltsam, spricht aber für die Qualität von „Lucifer III“: Man weiß zu jeder Zeit, welche Band hier spielt, fühlt sich allerdings nie gelangweilt. Frischer, packender Hard Rock mit Elan wirft kleine Perlen am laufenden Band ab und etabliert Lucifer endgültig als Rock-Powerhouse, an dem man einfach nicht vorbeikommen kann, geschweige denn soll.

Wertung: 8/10

Erhältlich ab: 20.03.2020
Erhältlich über: Century Media (Sony Music)

Facebook: www.facebook.com/luciferofficial

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Category: Magazin, Reviews

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