Rosetta – Terra Sola

| 12. Februar 2020 | 0 Comments
Rosetta

(c) Pelagic Records

Auf „Utopioid“ konnten Rosetta vor gut zwei Jahren endlich alles abrufen und sämtliche Stärken, welche ihre durch Stil- und Line-up-Wechsel geprägte Karriere bis zu diesem Zeitpunkt begleitet hatten, bärenstark bündeln. Die Post-Meister gingen danach auf Tour, von diversen Kleinformaten begleitet. Auf das überaus experimentelle, schwer verdauliche „Sower Of Wind“ folgt mit „Terra Sola“ – nun auch auf Vinyl erhältlich – ein Exkurs, der neue musikalische Texturen erschließt und zugleich den thematischen Bogen zum aktuellen, menschlich geprägten Album spannt.

Herzstück ist natürlich der Titelsong, der mit gut elf Minuten Spielzeit auch gleich die komplette A-Seite in Anspruch nimmt. Das stellenweise durchaus monströse Epos erinnert ein wenig an die Phase rund um „A Determinism Of Morality“ vor circa zwei Jahren, als Überlänge und Schönklang mit kehliger Aggression und beinahe spacigen Entwürfen kollidierten. Fragile Melodieteppiche treffen auf schroffe Gitarrenwände, halbwegs hoffnungsvoller Gesang wird von martialischen Screams geradezu flachgebügelt. Ausdauernde instrumentale Teppiche statten den Dampfhammer aus – komplex, ein wenig unnahbar und bei allem Schaudern mit einer gewissen erhabenen Schönheit ausgestattet.

Die beiden B-Seiten weichen komplett von diesem Rezept ab. „57844“ scheint „54543“ vom aktuellen Album fortsetzen, operiert in geradezu ätherischen Post-Rock-Gefilden und rückt die Atmosphäre des durchaus harmoniebedürfigten Konstrukts in den Mittelpunkts. An *shels erinnernde, ätherische Vocals intensivieren das feenhafte Geschehen. Im rein instrumentalen „Where Is Hope?“ kommen hingegen akustische Gitarren und elektronische Ambient-Sounds zusammen. Der zarte Aufbau des zentralen Klangbogens, der eine gewisse Nachdenklichkeit in sich trägt, torpediert jegliche Easy-Listening-Anwandlungen gekonnt.

Rosetta häuten sich ein weiteres Mal – das sollte inzwischen eigentlich nicht überraschen. Zwar baut „Terra Sola“ in einigen, vor allem konzeptuellen Punkten auf „Utopioid“ auf und nimmt ebenso Elemente älterer Platten mit, dennoch ist diese EP abermals für sich ein neues, im besten Sinne anderes Biest geworden. Von bärbeißiger Härte über einfühlsamen Ambient bis zu dichter, himmlischer Atmosphäre deckt das US-Quintett alles ab auf einem weiteren, hochgradig spannenden Kleinformat der etwas ungewöhnlichen Art.

Wertung: 8/10

Erhältlich ab: 14.02.2020
Erhältlich über: Pelagic Records (Cargo Records)

Website: www.rosettaband.com
Facebook: www.facebook.com/rosettaband

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Category: Magazin, Reviews

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