Rosetta – Quintessential Ephemera

| 3. Juli 2015 | 0 Comments
Rosetta

(c) Golden Antenna Records

Nach zwölf Jahren des Suchens mit einer Reihe an bockstarken Alben waren Rosetta am Scheideweg angelangt, wollten etwas Neues versuchen. Unerwartete Unterstützung kam von Eric Jernigan, Gitarrist und Sänger bei City Of Ships. Beide Bands kennen sich durch gemeinsame Tourneen, der Zusammenschluss geschieht also unter Freunden. „Quintessential Ephemera“ ignoriert keineswegs das bisherige Schaffen Rosettas, bricht dennoch bestehende Strukturen auf und überrascht mit einer kleinen Meisterleistung.

Eingerahmt von zwei rein instrumentalen Wunderwerken – besonders das verspielte „Nothing In The Guise Of Something“ begeistert im Spannungsfeld zwischen Fugazi-Kauzigkeit und Post-Rock-Wunderwelten-, lassen Rosetta gleich sieben unbetitelte Tracks vom Stapel, die sich bevorzugt im Post-Hardcore-Feld mit einem Hauch Sludge, 90s Rock und erhabenen Post-Metal-Momenten abspielen. Frühes Highlights ist „(Untitled III)“, getragen von infernalem Gekeife und zunächst finsteren, immer klarer und heller werdenden Melodien, die in der zweiten Hälfte des Tracks nach Sonnenaufgang und Strandspaziergang riechen, begleitet von Dornen und Glasscherben.

Insgesamt ist die zweite Albumhälfte stärker, wenn auch nur marginal. Die unbetitelten Songs fünf bis sieben entpuppen sich als durchgehendes Tiefenrauschen mit einer Mischung aus verzweifelten Schreien, Growls und Klargesang, sonnig-maritimen Melodien und geschickt gebastelten Post-Rock-Arrangements, die sich in konstantem Auf- und Abbau üben. Besonders das krachende, bedrückende Finale von „(Untitled VI)“ mit einem schmalen, kaum wahrnehmbaren Silberstreif am Horizont hat es in sich.

Starke erste Hälfte, beinahe perfekte zweite Hälfte: Ohne Frage hat sich der Einstieg von Eric Jernigan für Rosetta gelohnt. Dabei sollte keinesfalls verschwiegen werden, dass die bisherigen Platten bockstark waren, doch „Quintessential Ephemera“ spielt noch eine weitere Ebene über diesen. Rosetta sind ein Risiko eingegangen durch diese musikalische Öffnung und Erweiterung; ein Risiko, das sich in jeder Sekunde dieses herausragenden Albums auszahlt.

Wertung: 9/10

Erhältlich ab: 03.07.2015
Erhätlich über: Golden Antenna Records (Broken Silence)

Website: www.rosettaband.com
Facebook: www.facebook.com/rosettaband

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Category: Magazin, Reviews

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