Taraban – How The East Was Lost

| 19. November 2019 | 0 Comments
Taraban

(c) Taraban

Als fieberhaft treibendes Garage-Rock-Powerhouse wurden Taraban (der Name entstammt einer ukrainischen Kriegstrommel) 2013 ins Leben gerufen, zwei kurzweilige EPs sollten folgen. Nunmehr zum Trio geschmolzen, wurde der alte Sound begraben. Auf ihrem Debütalbum „How The East Was Lost“ begeben sich die Polen in angenehm schwerfällige Rock-Grenzregionen und entdecken deutlich psychedelischere Klänge für sich.

Die Einstiegshürde könnte kaum höher sein. „Last Laugh“ nähert sich der Elf-Minuten-Marke an und ist der längste Song dieser Platte. Bereits die ersten Sekunden machen klar, dass sich Taraban von ihrer Vergangenheit distanzieren. Beiläufig angeschlagene Gitarren und diabolisches Lachen führen in pure Hard-Rock-Wucht mit dezent doomigen Untertönen. Kaum glaubt man eines der ersten Black Sabbath-Alben zu hören, folgt der erste von zahlreichen Kurswechseln durch ausladende Reduktion mit psychedelischer Lässigkeit und anderweltlichem Vibe. Und doch finden die Polen immer wieder zum wuchtigen Leitmotiv zurück – ein episches Monstrum gibt sich ein begeisterndes Stelldichein.

Derlei ausladende Dimensionen erreichen Taraban in weiterer Folge zwar kaum, dafür feilen sie hörbar an ihrem Sound. Wie „White Lies“ mit bissiger Düsternis spielt und am vermeintlichen Höhepunkt wiederholt abbricht, kuriose Effekte heraufbeschwört – das unterhält. In „Backseat Driver“ spielt das Trio sogar mit Proto-Metal, wird immer lauter und lauter, nur um abermals legere, entrückte Jams anzustimmen. Der Rausschmeißer „Liberty Fraternity Eternity“ beginnt balladesk und schwingt sich schließlich zum puristischen Psychedelic-Rock-Exkurs an. Taraban spielen sich in einen Rausch und legen begeisternde Klanglandschaften frei.

„How The East Was Lost“ ist das Werk einer Band, die während des Songwritings seinen neuen Sound aktiv erforschte und jeden noch so knackigen, wenngleich herausfordernden Wandel mitnimmt. Zwischen pulsierendem Hard Rock, metallisch angehauchten Doom-Exkursen und ausladendem Psych stimmt dieser Einstand alles an, füllt 47 Minuten ohne, nun ja, Füllmaterial. Taraban debütieren auf Albumlänge mit einem komplexen Leckerbissen, dessen rasiermesserscharfe Riffs stets funktionieren. Die Suche nach dem neuen Band-Mantra erweist sich als spannend – ein herrlich abgedrehter Leckerbissen wartet auf neugierige Hörer.

Wertung: 8/10

Erhältlich ab: 22.11.2019
Erhältlich über: Eigenvertrieb

Facebook: www.facebook.com/listentoTARABAN

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Category: Magazin, Reviews

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