Ølten – Ambiance

| 30. Oktober 2018 | 0 Comments
Ølten

(c) Michal Florence Schorro

Pure Heavyness und unbändige Wucht sind die Markenzeichen des Trios Ølten. Die Herren aus der Schweizer Jura verstehen sich auf rein instrumentale Doom- und Sludge-Kunst, zugleich mit maschineller Präzision und lockeren, beinahe luftigen Strukturen ausgestattet. Auf ihrem zweiten Studioalbum „Ambiance“ wollen sie endgültig von formelhaftem Vorgehen abrücken und mit reiner, komplexer Energie beeindrucken. Das Vorhaben gelingt.

Einer der Songs auf dieser Platte trägt den Titel „Sludge“ – ein deutliches Signal, in welche Richtung es geht. Tatsächlich spielen Ølten mit eben jenem Genre und kondensieren dieses in bleierne Schwere. Mächtige Wellen von Distortion und gelegentliche Verschnaufpausen begleiten das Geschehen, während das Hauptriff an Fahrt aufnimmt. Zum Ende hin entladen sich Schlammlawinen, begleitet von feurigem Regen. Von maschineller Herangehensweise ist hier nichts zu hören, alles wirkt im besten Sinne frei von der Leber weg.

So verlieren sich die Schweizer immer wieder in ihren gewaltigen, überlebensgroßen Songs. Der Opener „Igelkott“ tankt sich durch ewig langen, nicht enden wollenden Aufbau und lässt Doom mit dezenten Noise-Elementen kollidieren, erst spät hebt der Song monolithisch ab. „Lied“ legt ebenfalls vergleichsweise zurückhaltend los und blubbert zunächst in bester The Ocean-Manier. Bevor jedoch epische Post-Metal-Gitarren ans Ruder kommen, wird es unwahrscheinlich brutal und böse, so laut und heavy wie sonst nirgendwo auf dieser Platte.

Das Schöne an „Ambiance“: Jeder einzelne Song hat für sich gewisse Qualitäten, die sich im besten Sinne vom Rest abheben, und doch funktioniert das Album am besten im Kollektiv, in seinem gewaltigen, monumental angehauchten Gesamtbild. Ølten spielen mit Heavyness, mit Düsternis und mit Sludge-Jams und erzählen genug, ohne auch nur ein einziges Mal die Stimme zu erheben. Auf „Ambiance“ spielen sich die Schweizer frei und wirken sinistrer denn je.

Wertung: 8/10

Erhältlich ab: 02.11.2018
Erhältlich über: Hummus Records

Website: oltenband.com
Facebook: www.facebook.com/oltenband

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Category: Magazin, Reviews

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