Rituals Of The Dead Hand – Blood Oath

| 29. Oktober 2018 | 0 Comments
Rituals Of The Dead Hand

(c) Dunkelheit Produktionen

Filip Dupont und Frederik Cosemans waren mit Hemelbestormer offenkundig nicht ausgelastet. Kaum war das Songwriting für das aktuelle Album „A Ring Of Blue Light“ abgeschlossen, machte sich das Duo an ein neues Projekt, mit dem Dupont zurück zum Sound seiner alten Band Gorath wollte: Black Metal, ein paar Death-Metal-Untertöne und rasende Energie auf Überlänge. Diese neue Spielwiese hört auf den Namen Rituals Of The Dead Hand, mit „Blood Oath“ steht nun auch das Debütalbum in den Startlöchern.

Die vier überlangen Tracks (zwischen neun und elf Minuten Spielzeit), von einem kurzen Interlude durchbrochen, haben tatsächlich nur am Rande mit der Hauptband der Beiden zu tun. Doomige Riffs finden sich immer wieder, das abschließende „The Scourge“ wurde sogar fast komplett rund um ein entsprechendes Motiv aufgebaut. Es dauert beinahe sieben Minuten, bis Rituals Of The Dead Hand aus diesem behäbigen Muster ausbrechen, den Schalter umlegen und gen Black Metal steuern. Überwiegend instrumental gehalten, lassen sich hier durchaus post-metallische Züge erkennen.

Ähnlich bärig, wenn auch deutlich brachialer, gibt sich „Sworn“. Erneut experimentiert das Duo mit bahnbrechender Langsamkeit, bloß deutlich noisiger und kompakter. Im Opener „Bonderkuil“ greifen Dupont und Cosemans den Mythos der sogenannten ‚Bokkenrijders‘ auf – verschiedene Diebesbanden, welche im 18. Jahrhundert den Süden Hollands durch Verbindungen mit dem Leibhaftigen kontrollierten. Das lyrische Leitmotiv dieses Debüts schimmert immer wieder durch und nimmt im teilweise rasend schnellen „They Rode By Night“ durchaus, nun ja, höllische Züge an.

Zwischen Wucht und Donnerhall ergibt sich ein erfrischend tiefschwarzes Album, welches nur am Rande mit Hemelbestormer zu tun hat, deren Sound aber dennoch auf spannende Weise weiterdenkt. Doomige Schwere und martialischer (Post-)Black Metal ziehen sich wie ein blutroter Faden durch „Blood Oath“, treiben immer wieder kuriose Blüten und drohen mit ihren mächtigen, ausladenden Arrangements in die Knie zu zwingen. Rituals Of The Dead Hand verlangen ordentlich Ausdauer, liefern dafür spannende, etwas abgewrackte Abhandlungen über einen interessanten lokalen Mythos. Mit etwas Sitzfleisch und Nackenstütze gibt es hier stellenweise sogar Spektakuläres zu erleben.

Wertung: 8/10

Erhältlich ab: 01.11.2018
Erhältlich über: Dunkelheit Produktionen (Nova MD)

Facebook: www.facebook.com/ritualsofthedeadhand

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Category: Magazin, Reviews

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