Armory – The Search

| 9. Juli 2018 | 0 Comments
Armory

(c) Linni Lindström

Manchmal reicht es vollkommen, den Dreschflegel auszupacken und wild um sich zu schlagen. So oder so ähnlich lässt sich der Sound von Armory aus Göteborg umschreiben. Nein, keine weitere Melodic Death Metal-Band – hier steht Speed Metal der alten Schule auf dem Plan, um gelegentliche härtere Ausflüge gestreckt. Auf die kriegerischen Philosophien ihres Debütalbums „World Peace … Cosmic War“ (falls es jemals Weltfrieden geben sollte, macht der Mensch eben im All weiter) folgt nun das druckvolle „The Search“.

Der eröffnende Titeltrack ist wie Graz und stellt die Zeichen nach behäbigem Auftakt auf Sturm. Klar, das Tempo überschlagt sich ein wenig und hat was von kaputtem Thrash Metal, aber genau das macht den Charme der postmodernen Retro-Suppe der Schweden aus. Hohes Energielevel, aggressive und doch hell gesungene Vocals, dazu furiose Explosivität aus den Startblöcken und rasiermesserscharfe Gitarrensoli – das mag nun bestenfalls bedingt originell sein, brennt sich dafür binnen Sekunden ein.

In ähnlicher Gangart gestaltet sich auch der Rest dieser 40 Minuten. In „Utomjordisk Dominans“ singen Armory in Landessprache. Hier trifft beschwörender Ghost-Gesang auf angeschwärzte Blast-Action – kurios und gewöhnungsbedürftig. „Vault Seven“ spielt mit Midtempo und Melodik. Revolutionäre Erkenntnisse bleiben aus, dafür brennt die Luft. Auch „Hyperion“ macht Laune mit seinem High-Speed-Chaos, dazu kommt das angenehm schiefe (ja, tatsächlich!) „Heavy Metal Impact“ als unorthodoxer Farbtupfer.

Klar, gelegentlich können Armory schon mal nerven. Die zweite Albumhälfte ist voll von netten Wiederholungen, die sich mit der Zeit ziehen. Ebenso hilft die schmalbrüstige Produktion nicht sonderlich. Aber egal, Hauptsache es knallt: „The Search“ hat so manchen spannenden Moment zu bieten, rattert im Eiltempo durch und weckt angenehme Erinnerungen an einfachere Metal-Zeiten. Genau das muss manchmal sein, und live unterhalten die Schweden so und so.

Wertung: 7/10

Erhältlich ab: 13.07.2018
Erhältlich über: High Roller Records (Soulfood Music)

Facebook: www.facebook.com/armoryofficial

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Category: Magazin, Reviews

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