Throneless – Cycles

| 21. März 2018 | 0 Comments
Throneless

(c) Black Bow Records

Schweden, deine Metal-Bands. Aus den Untiefen des Landes dringt der martialische, unwirtliche Doom-Sound von Throneless an die Oberfläche. Im Gegensatz zu deutlich klassischer ausgerichteten Landsleuten widmet sich das Trio der Extreme-Schule nach Cough und Conan, reichert seine Arrangements mit Death-Metal- und Hardcore-Punk-Einflüssen an. Das nunmehr zweite Studioalbum „Cycles“ verbindet martialische Epik mit dröhnender Schwere.

In vier überlangen Kapiteln marschieren die Skandinavier durch dieses Monster von einem Album, stets ein wenig neben der Spur und herrlich ungeschönt produziert. Immer wieder glaubt man kleinere Fehler zu erkennen, die jedoch perfekt zum Sound des Trios passen. Sitzt jede Note im Opener „Born In Vain“? Wohl kaum, aber gerade das macht diesen Track so attraktiv. Spätestens wenn die infernalen Vocals – halb geschrien, halb in die Echokammer geworfen – ihre von manisch angeschlagenen Instrumenten unterstützte Wirkung entfalten, vergeht Hören und Sehen.

Die schiere Wucht, mit der Throneless ihren Zweitling vorantreiben, ist beeindruckend wie ermüdend. Schlapp machen gilt jedoch nicht, denn wer sich bis zum 14minütigen Finale „Oracle“ vorkämpft, erlebt ganz großes Kino zwischen Grabesstimmung, beinahe ätherischer Atmosphäre und ganz dicken, martialischen Nackenschlägen. Das brutal reduzierte Tempo schielt abermals gen Sludge und Drone, die spärlich eingesetzten Vocals klingen wie qualvolle Schmerzensschreie, die durch die Boxen zucken, sich heftigst wehren und winden.

Was Throneless hier zelebrieren, hat was von manischem Psychoterror, wohl aber im besten Sinne. „Cycles“ ist ein Workout in Weltschmerz und Selbstaufgabe, auf die absolute Spitze getrieben zwischen Funeral-Riffs, Drone-Tempo und qualvollen Vocals, die jegliche Extreme-Grenzen durchbrechen. Was hier genau passiert, lässt sich kaum in Worte fassen. Spektakulär? Und wie – eine aufwühlende Platte für offene Gedankenwelten und pointierte Untergangsszenarien.

Wertung: 8/10

Erhältlich ab: 23.03.2018
Erhältlich über: Black Bow Records (DL-Album)

Facebook: www.facebook.com/thronelessdoom

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Category: Magazin, Reviews

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