Hamferð – Támsins likam

| 12. Januar 2018 | 0 Comments
Hamferð

(c) Beinta á Torkilsheyggi

Endlich, möchte man fast sagen, geht es mit den faszinierenden Hamferð weiter. Das Doom-Sextett von den Färöer Inseln versteht sich nach wie vor auf große Konzeptkunst in der eigenen Landessprache. Mit dem Wechsel zu Metal Blade kommt nun der Anfang vom Ende, wenn man so will. Nach der EP „Vilst er síðsta fet“ und dem Debütalbum „Evst“ beschließt „Támsins likam“ nun die konzeptuelle Trilogie über Mythen und Mentalität der Färinger, fungiert allerdings rein inhaltlich als erstes Kapitel.

Was sich ein wenig kompliziert anhört, konzentriert sich auf Platte wiederum auf das Wesentliche: Dicker Doom Metal mit dezenten Death-Elementen, ausladenden Gesten und einem Hauch von Dramatik zieht sich wie ein roter Faden durch knapp 44 Minuten. Das eröffnende „Fylgisflog“ gibt das Tempo vor, auch wenn es erst nach knapp vier Minuten in die Gänge kommt. Auf zarten Minimalismus und feinsinnigen Gesang folgen wahre Doom-Monolithen, von Jón Aldarás durch Mark und Bein fahrenden Gesang und gutturalen Growls angetrieben. Dichte Atmosphäre, Grabesstimmung und beschwörende Gesten schleppen sich durch dieses ellenlange Funeral-Mammut. Feinsinnige Melodie-Sprenkel und mächtige Urgewalten machen das Zeitlupen-Gewächs zur Erlebnislandschaft.

„Frosthvarv“ kondensiert die Magie des Openers auf knapp fünf Minuten – ebenfalls sehr ruhig und fragil zu Beginn, dann wütend, hochtrabend und ungemein intensiv in der zweiten Hälfte. Gitarren-Squeals und dicke Drums lassen die Gezeiten vorüberziehen. Auch das abschließende „Vápn í anda“ packt alles aus, was Hamferð so grandios macht. Gerade der Übergang vom Klargesang im Mittelteil zu furiosen, geradezu giftigen Growls sorgt für kalte und warme Schauer am Rücken.

Exotenbonus hin oder her, die mystische Aura Hamferðs bleibt auch auf ihrem dritten Release ungebrochen. „Támsins likam“ wirkt noch größer und gewaltiger, lebt von seiner geradezu monumentalen Detailarbeit, die gleichzeitig Gefühl über Handwerk stellt. In anderen Worten: Die Färinger wachsen ein weiteres Mal über sich hinaus und gelten mittlerweile zurecht als absolute Doom-Referenzgröße. Das beste Genre-Album des Jahres könnte bereits zu Jahresanfang erschienen sein.

Wertung: 9/10

Erhältlich ab: 12.01.2018
Erhältlich über: Metal Blade (Sony Music)

Website: hamferd.com
Facebook: www.facebook.com/Hamferd

Tags: , , ,

Category: Magazin, Reviews

Demonic-Nights.at - AKTUELLES