Wren – Auburn Rule

| 11. Juli 2017 | 0 Comments
Wren

(c) Holy Roar Records

Immer weiter und weiter wächst das breite Post-Sludge-Feld an, angereichert durch verschiedenste musikalische Strömungen und scheinbar immer neue kreative Visionen. Wer soll in diesem komplexen Umfeld noch bestehen? Wren aus London wagen den Sprung. Im vergangenen Jahr mit der EP „Host“ erfolgreich debütiert, packen sie ihre ausladende Düsternis in ein Hauch von Noise und Doom. Klingt vertraut, macht aber tatsächlich Laune, wie das erste Album „Auburn Rule“ nun zeigt.

Fünf lange bis überlange Konstruktionen schlängeln sich durch etwas über 38 Minuten Spielzeit – knapp bemessen, wohl aber unterhaltsam arrangiert. Bereits der Opener „In Great Yield“ zeigt recht deutlich, wo sich Wren musikalisch angesiedelt sehen. Doomige Finsternis, progressiver Post-Sludge und ein Hauch von Noise erinnern unter anderem an Neurosis, OHHMS und Amenra – sicherlich nicht die schlechtesten Einflüsse. Anfangs noch eine melodische Schlagseite angetäuscht, stürzen sich die Briten sogleich in beklemmende Düsternis mit äußerst schmalem Hoffnungsschimmer am Horizont. Je länger der Track dauert, desto härter und intensiver gerät er, Krach-Finale inklusive.

In ähnlicher Gangart gestaltet sich auch der Rest der Platte, die mit dem finalen Epos „Dwellers Of The Sepulchre“ schließlich einen verdienten Höhepunkt findet. Zehn unwirtliche Minuten packen Aggression, Weltschmerz und tiefe Verzweiflung in ein herrliches schroffes, mehrfach kurz explodierendes Arrangement. Wren halten die Spannung konstant hoch, selbst in der weitestgehend instrumentalen zweiten Hälfte, die sich mehr und mehr in ein gigantisches Fade-Out verwandelt.

Zwischen all diesen vertrauten Referenzen kristallisiert sich nach und nach eine begeisternde eigene Handschrift heraus. Wren liefern ihren speziellen Take auf den Neurosis-Post-Sludge-Sound, überraschen mit dezent melodischen Ansätzen und stürzen sich doch immer wieder in den Abyss. „Auburn Rule“ kombiniert Katastrophe mit Sinnsuche auf begeisternde Weise. Klar, es hätte noch ein weiteres Epos, vielleicht auch ein zweites geben dürfen, aber das ist Meckern auf hohem Niveau: ein herrlicher Husarenritt mit Grower-Faktor.

Wertung: 8/10

Erhältlich ab: 14.07.2017
Erhältlich über: Holy Roar Records (AL!VE)

Website: www.disciplesofwren.com
Facebook: www.facebook.com/Disciplesofwren

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Category: Magazin, Reviews

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