Warfather – The Grey Eminence

| 9. September 2016 | 0 Comments
Warfather

(c) Greyhaze Records

Steve Tucker singt seit 2015 wieder für Morbid Angel. Ein Plattenvertrag wurde unterschrieben, das neue Album kommt wohl nächstes Jahr. Bis dahin wärmt sich Tucker mit Warfather auf. Produziert von Erik Rutan, den er durch die gemeinsame Zeit bei Morbid Angel kennt, packt das bereits zweite Studioalbum „The Grey Eminence“ mit festem, ruppigem Death-Metal-Griff zu und liefert genau das, was man sich vom Protagonisten erwartet.

Das Ergebnis ist, wenig überraschend, knüppelhart. In neun bissigen wie endlosen Kapiteln, rau und doch sauber produziert, präsentiert Steve Tucker alte Genre-Weisheiten mit kehliger Stimme und furioser Energie. Originalität, so ehrlich muss man sein, bleibt dabei jedoch auf der Strecke. Aber ist das wirklich ein Problem? Jeder einzelne Song schlägt ein. Ein „For Glory Or Infamy“ fasst diesen Zweitling wohl am besten zusammen: Leichte Schwächen bei der Drum-Produktion, wütende Gitarrenarbeit, rührende Kesseln, herrliche Aggression und ausreichend Dynamik, um zu unterhalten.

Die frontale und doch bissige Produktion bekommt Warfather. Wenn sich dann doch mal melodischere Elemente einschleichen, wie im sieben Minuten langen Titeltrack „Grey Eminence“, setzt ein kleiner Aha-Effekt ein. Doch etwas anders, doch fokussiert und richtig unterhaltsam – zwischen Volldampf und ein wenig Groove wird tödliche Unterhaltung in den Mittelpunkt gerückt. Kurz und stellenweise überraschend schräg: das quietschende, aggressive „The Dawning Inquisition“. Selbst das getragene Tempo des Openers „Orders Of The Horde“ (bzw. dessen Mittelteil) macht Laune.

Natürlich gewinnt Steve Tucker für das zweite Warfather-Album keinen Originalitätspreis, aber wer hat das auch wirklich erwartet? Bissig, furios und zielgerichtet preschen neun tödliche Tracks, bevorzugt mit Überlänge, voran. Das erinnert stellenweise an Morbid Angel, dann aber auch wieder an den technischeren Zweig der Schule Floridas. „The Grey Eminence“ ist eine herrlich böse, pointierte Schlachtplatte, die zwar kein Klassiker sein mag, wohl aber wie einer klingt.

Wertung: 8/10

Erhältlich ab: 16.09.2016
Erhältlich über: Greyhaze Records (Soulfood Music)

Facebook: www.facebook.com/WarFatherHorde

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Category: Magazin, Reviews

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