Mortal Infinity – Final Death Denied

| 11. Dezember 2015 | 0 Comments
Mortal Infinity

(c) Hannes Höchsmann

Im Sommer 2012 packten Mortal Infinity aus Oberbayern so ziemlich alle Vorzüge der deutschen und US-amerikanischen Thrash-Schule aus, streuten ein paar moderne Elemente drüber und nannten den Mix „District Destruction“ – ein durch die Bank unterhaltsames Debüt mit kleineren Schönheitsfehlern. Mit verbessertem, gefestigtem Lineup und neuem Elan geht das Altöttinger Quintett seinen Weg nun souverän weiter: „Final Death Denied“ lässt nichts anbrennen.

Keine faulen Fade-Out-Ende (einmal ist keinmal und funktioniert sogar recht gut), keine lyrischen Belanglosigkeiten: Mortal Infinity scheinen die Schwachstellen des Debüts überwiegend ausgemerzt zu haben und legen mit „Grid Specter“ furios los. Nicht nur aufgrund der Vocals erinnert dieser, wie so manch folgender Track auch, an Exodus, toxischer Groove, verwinkelte Struktur, ausladende Arrangierung und drastische Bissigkeit inklusive. Gerade die etwas melodischere zweite Hälfte hebt die bayrischen Nachbarn von so manchen Kollegen ab und setzt ein sympathisches Sternchen hinter den ohnehin bereits guten Song.

Die Midtempo-Parts, freilich, sind schon mal Geschmacksache, gerade weil hier auch ab und an auf modernere Gefilde und sogar einen Hauch Crossover geschielt wird. Wenn diese Elemente jedoch, wie in „Hell Is A Crematory“, nebst Raketensprints, messerscharfe Gitarrenarbeit und ordentlich Groove gesetzt werden, passt das schon. Selbst der an Zetro erinnernde Mini-Gesangs-Ausflug in „Sleep Paralysis“ glückt und hätte sich auf der letzten Hatriot-Platte gut gemacht.

Durchgehend hohe Qualität, wenn auch ohne wirkliche Übersongs, dazu dezente Abzüge in der B-Note für die eine oder andere blässliche Midtempo-Walze – dennoch zählt „Final Death Denied“ zu den besseren Thrash-Releases des Jahres. Vor allem der Langzeiteffekt ist ein großes Plus Mortal Infinitys, denn auch nach zig Durchläufen lassen sich kaum Abnützungserscheinungen erkennen. Die Altöttinger machen abermals verdammt viel richtig mit kaum Leerlauf – ein unterhaltsamer Jahresabschluss für Genrefans.

Wertung: 8/10

Erhältlich ab: 11.12.2015
Erhätlich über: Red Dagger / Zimbalam

Facebook: www.facebook.com/MortalInfinity

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Category: Magazin, Reviews

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