Mortal Infinity – District Destruction

| 11. Juni 2012 | 0 Comments

Mortal Infinity

Aus dem oberbayrischen 4.000-Seelen-Nest Emmerting drängen fünf neue Hoffnungsträger für den deutschen Thrash-Markt gen breiteres Publikum. Mortal Infinity spielten sich durch zahlreiche Live-Auftritte, unter anderem auch am Metalfest, in die Hinterköpfe des deutschsprachigen Publikums. Ihr Sound, eine wohl kondensierte Mischung aus Bay Area-Crunch, teutonischer Schule und Lamb Of God’scher Moderne, trifft ins Schwarze und lässt „District Destruction“ (ein zugegebenermaßen seltsam anmutender Albumtitel) zu einem der besten Genre-Debüts seit langem werden.

Mit simplen Mitteln und einem knackigen Exodus-Riff eröffnet „Thrill To Kill“ einen wahren Höllenritt. Das Tempo ist von Beginn an hoch, Marc Doblinger keift gar brutal und lässt sich von seiner Meute entsprechend nach vorne peitschen. Von der ersten bis zur letzten Sekunde unheimlich authentisch, erkennt man sofort, dass Mortal Infinity sämtliche Thrash-Größen bis ins kleinste Detail studiert haben. Einzig der Breakdown ohne echtes Solo humpelt ein wenig, wird sogleich aber von „At Dawn Of Death“ regelrecht weggeblasen – hohe Geschwindigkeit, präzise Gitarrenarbeit und mörderischer Groove geben sich die Klinke in die Hand. So muss das sein.

Klammert man das dünne „Radical Response“ (gerade der Refrain „This is my radical response – time to fuck you up“ wirkt unfreiwillig komisch) aus, macht die Platte Laune. „District Destruction“ hat das Potential zu einem Jahrhundert-Thrasher und Live-Wellenbrecher, „Condemned Rising“ reißt im Schweinsgalopp alles nieder und „Wake Of Devastation“ bettet den Hang der modernen Schule zu fetten Grooves in ebenso bissige Gang-Shouts und Testament-Riffs ein. Mortal Infinity debütieren mit einem echten Hassbrocken, auf den Punkt produziert, sauber arrangiert und mit viel Herzblut gespielt. Verzichtet man künftig noch auf die eher sinnlosen Fades zum Schluss, die ein wenig nach Ideenlosigkeit riechen, und gibt sich auf Albumlänge so druckvoll und dynamisch wie besonders in der ersten Hälfte von „District Destruction“, kann es für die Oberbayern noch weit nach oben gehen. Es riecht nach einem größeren Labeldeal.

Wertung: 8/10

Erhältlich ab: 15.06.2012
Erhätlich über: Digital Media Records

Website: www.mortalinfinity.de
Facebook: www.facebook.com/MortalInfinity

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Category: Magazin, Reviews

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