Amber Asylum – Sin Eater

| 9. Dezember 2015 | 0 Comments
Amber Asylum

(c) Pony Gold

2015 ist ein ganz besonderes Jahr für Amber Asylum. Die US-Amerikanerinnen feiern ihr 20. Jubiläum, und das natürlich gewohnt stilvoll zwischen schweren Gitarren und Elementen klassischer Musik. Neben einem karriereumspannenden Boxset, das neben den regulären Alben auch verschiedenste Sampler-Beiträge und andere Raritäten beinhaltet, steht auch das erste Studioalbum seit sechs Jahren an. „Sin Eater“ mag zwar keine Überraschungen bereithalten, glänzt dafür mit gewohnt gespenstischer Schönheit.

Bleierne Schwere trifft auf Neo-Klassik, bedeutungsschwangere Streicher und wuchtige Cello-Klänge auf schroffe Gitarren, abgerundet von feinsinnigen Vocals. „Perfect Calm“, wird zum Siegeszug im getragenen Anti-Tempo, schreitet erhobenen Hauptes voran, dem sicheren Abgrund entgegen. Eine gewisse Portion Fatalismus begleitet Amber Asylum, die zwischen Art Rock und Doom viel Raum für klassische Klangsphären und immer intensiver werdende Instrumentierung lassen.

Vor allem aber ist ihr neues Album ein Wechselbad der Gefühle. Gerade die beiden letzten Songs illustrieren das perfekt. Während der zwölf Minuten lange Titeltrack nicht mehr als ein einziges, überbordendes Störsignal mit Effekt-Minimalismus ist, wächst das nur unwesentlich längere „Executioner“ nach unscheinbarem Auftakt über sich hinaus. Drone-Elemente finden plötzlich Eingang in den Bandsound, das große Finale erinnert gar an Apocalyptica. Mit „Harvester“ befriedigt das Quartett schließlich das Verlangen nach kathartischem Drama.

Ob man diese Platte nun unbedingt so ausladend gestalten und bis zur beinahen Unkenntlichkeit in die Länge ziehen musste – Geschmackssache. Eine Spur zu viel Leerlauf und instrumentales Mittelmaß stören vor allem den Fluss von „Sin Eater“, das mehr und mehr im eigenen Wahnsinn zu versinken droht und von seinen herrlich klassischen Abgründen lebt. Vielleicht hatte – und wollte – man sich nach dieser langen Zeit noch einen kleinen Extrakick erwarten, doch abseits von Störfunk und Endlosschleifen klingen Amber Asylum so aufregend und aufwühlend wie eh und je.

Wertung: 7/10

Erhältlich ab: 04.12.2015
Erhätlich über: Prophecy Productions (Soulfood Music)

Website: www.amberasylum.com
Facebook: www.facebook.com/AmberAsylum.official

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Category: Magazin, Reviews

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