Wailin Storms – One Foot In The Flesh Grave

| 15. November 2015 | 0 Comments
Wailin Storms

(c) Mark Maya

Passend zum November-Nebel steppt ein Halloween-Überbleibsel über den Friedhof. Dass Wailin Storms ursprünglich aus dem siedend heißen Texas – mittlerweile residieren sie in Durham, North Carolina – kommen, hört man ihrem Death Rock mit Gothic-Sprengseln zu keiner Zeit an. Nach zwei EPs erscheint nun das Debütalbum „One Foot In The Flesh Grave“ in digitaler Form sowie, wenn man den etwas kostspieligen Import-Weg gehen möchte, auf Vinyl.

Zwischen The House Of Capricorn, Type O Negative, Danzig und Grave Pleasures ist noch ein Platz frei, dachte sich das Quartett wohl, und legt mit „Don’t Forget The Sun“ furios los. So langsam der Track auch anrollt, so gewaltig strahlt er – freilich im schwärzesten Licht -, wenn er erst einmal angekommen ist. Natürlich darf das ursprünglichste aller teuflischer Riffs nicht fehlen, dazu kommt Justin Storms‘ zunächst lakonischer Gesang, der sich im Refrain, ganz dem Bandnamen entsprechend, tatsächlich zu einem Jammern und Klagen erhebt. Mit jeder Sekunde schwillt der Track an, gibt sich einer finstren Messe hinzu und setzt geschickte, etwas ruhigere Zäsuren ein, um zusätzliche Dramatik zu erzeugen.

Auch der Rest des recht kurzen Albums fällt durch die Bank stark aus. Für „Lost“ erhöhen Wailin Storms die Schlagzahl und schielen ein wenig gen Deathpunk, natürlich nicht ohne ihren Frontmann über das zackige Arrangement heulen zu lassen. Im folgenden „Light As A Feather, Stiff As A Board“ droht sich die Band stellenweise selbst zu überholen. Melancholische Melodien kämpfen vergeblich gegen den infernalen Boogie an – der Begräbnis-Pogo nimmt seinen Lauf. Schließlich wagt sich „Mystery Girl“ für wenige Momente an Gothic Rock mit klassischem Southern-Flair.

Der größte und einzig nennenswerte Fehler dieses Debüts ist seine Kürze. Wailin Storms frühstücken „One Foot In The Flesh Grave“ in zackigen 33 Minuten ab und fördern damit heftigen Gebrauch der Repeat-Taste. Ohne richtiges Ende wirkt das Album einen Zacken unfertig, doch abgesehen davon lassen sich keine Makel erkennen. Der tödliche Rock mit Punk-Einschlag der gebürtigen Texaner wirkt bissig, auf den Punkt gebracht und entpuppt sich als wahres Fest für die Unwirklichkeit des herbstlichen Nebels – perfekt für die nächste Halloween-Feier.

Wertung: 8/10

Erhältlich ab: 20.11.2015
Erhätlich über: Magic Bullet Records (DL)

Facebook: www.facebook.com/wailinstorms

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Category: Magazin, Reviews

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