Grim Van Doom – Grim Love

| 8. September 2015 | 0 Comments
Grim Van Doom

(c) Aural Attack

Schöngeister, aufgepasst! Die Antithese für Melodik und Weltfrieden kommt aus Wuppertal. Bei Grim Van Doom ist der Name Programm. Im Winter 2011 gegründet, kommt das Quartett bislang auf eine gemeinsame Split mit den Dänen LLNN. Nun tragen die deutschen Nachbarn ihren angriffslustigen, überwältigen Mix aus Doom und Sludge an das Albumformat heran. „Grim Love“, das bedeutet gut 40 Minuten Attacke und Niederschlag ohne Unterlass.

Abwechslung ist ein rares Gut, tatsächlich aber vernachlässigbar. Nur selten lässt sich dieses Phänomen feststellen, doch Grim Van Doom verstehen damit umzugehen. Sie haben ihren Sound bereits gefunden und reizen diesen maximal aus mit acht knüppelharten, wütenden, bratenden Tracks, die sich mit eben jener Doom-Sludge-Mixtur, von der bereits die Rede war, befassen. Kleinere Abweichungen von der Midtempo-Formel fallen sofort auf, beispielsweise das etwas sperrige, rockige Riff von „Snowfields“, das Retro-Energie mit dynamischer Schwere kombiniert. Ebenso weiß das abwechslungsreiche „Thulsa“ zu begeistern, zieht immer wieder für kurze Segmente das Tempo an, bevor wieder Spiegeleier auf Kniescheiben gebraten werden.

„Grim Love“ ist ein Album wie aus einem Guss: düster, schwer, brachial, unnachgiebig, laut, angriffslustig, stets gefährlich. Manchmal wirken Grim Van Doom tatsächlich eine Spur statisch, doch die Inbrunst und Hingabe, mit der sie diese 40 Minuten durch die Boxen tragen (von peitschen oder prügeln kann angesichts des zurückhaltenden Tempos kaum die Rede sein), begeistert. Ein wenig erinnert dieser Einstand an Planks und Phantom Winter mit zurückgefahrenem Black Metal-Anteil, doch von ähnlich methodischer Hässlichkeit durchzogen – ein Happening für alle Sinne.

Wertung: 8/10

Erhältlich ab: 11.09.2015
Erhätlich über: Aural Attack (Depot)

Facebook: www.facebook.com/grimvandoom

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Category: Magazin, Reviews

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