Hogslayer – Defacer

| 4. Mai 2015 | 0 Comments
Hogslayer

(c) Undergroove Records

Sludge und kein Ende – meint man, freut sich aber dennoch bzw. umso mehr auf das zweite Album von Hogslayer. Das 2012 aus der Asche von Shaped By Fate und Zonderhoof entstandene Quintett aus Cardiff in Wales versteckt seine Identität hinter Masken und setzt dafür auf gleich zwei Bassisten für besondere Heavyness. Entsprechend wuchtig und brutal gestaltet sich das zweite Album „Defacer“, hierzulande nur über den Import-Weg erhältlich.

Wenn es um gute Musik geht, sollte man sich, wie hier gezeigt, wahrlich nicht auf Äußerlichkeiten oder obskure Präsentation verlassen. Auf Platte lassen Hogslayer nichts anbrennen. Wer die Einstiegshürde „Slowhawk“ meistert, ist für den Rest des Album gewappnet. Quietschende Gitarren und wütende Shouts locken zunächst auf den falschen Hardcore-Fuß, bevor die bleierne Schwere sowie dichte Gitarrenwände in einen tiefen, unnachgiebigen Sog hinabziehen. Lord Bastard grummelt gar furchteinflößend, schreit zwischendurch schön fies und lässt das Gebälk erzittern.

Noch schöner ist nur der Gummitwist des folgenden „Despiser“, das knapp fünf Minuten lang ansatzlos über alles, was sich ihm in den Weg stellt, hinwegrollt und unterschwellige Post-Punk-Vocal-Muster auf ein wenig Death-Schmackes treffen lässt, ohne dabei Sludge-Korsett oder gar -Tempo hinter sich zu lassen. Entsprechend gestaltet sich auch der Rest dieser Platte, die im ellenlangen, etwas doomigen und ungemein schwerfälligen „Bastards Of Reality“ einen weiteren, gar unmenschlichen Höhepunkt findet. Speziell die in seltenen lichten Momenten durchschimmernden Melodiefragmente begeistern.

Nein, Abwechslung ist nun wirklich nicht die Stärke Hogslayers, doch auch in dieser manischen Konsequenz liegt Methode. „Defacer“ entpuppt sich als einzige Gitarren- und Basswand, als martialischer Höllenritt im Zeitraffer mit gequälten Vocals und puristischer Sludge-Essenz. Seltene Experimente und Melodien lassen kurz aufhorchen und gespannt über den weiteren Karriereverlauf mutmaßen. Der Import-Weg lohnt sich.

Wertung: 8/10

Erhältlich ab: 04.05.2015
Erhätlich über: Undergroove Records (UK-Import)

Website: www.hogslayer.co.uk
Facebook: www.facebook.com/hogslayerband

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Category: Magazin, Reviews

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