Acid King – Middle Of Nowhere, Center Of Everywhere

| 10. April 2015 | 0 Comments
Acid King

(c) Svart Records

Als das Privatleben der drei Bandmitglieder begann, eine dominantere Rolle einzunehmen, begaben sich Acid King in eine Art Dornröschenschlaf, der sich vor allem auf den Studio-Output auswirken sollte. In den zehn Jahren seit dem Release des dritten Studioalbums „Acid King III“ spielte das Trio einzelne lokale und internationale Shows, begann aber erst 2013 mit den Arbeiten an einem Nachfolger. „Middle Of Nowhere, Center Of Everywhere“ beendet die viel zu lange Auszeit mit einem gewohnt wohlschmeckenden Brückenschlag zwischen Doom und Stoner.

Sechs Songs, eingebettet in eine klassische Intro -und Outro-Struktur, vermengen Doom Metal mit Stoner Rock und bratender Schwerfälligkeit – alles andere als neu, wohl aber höchst unterhaltsam. Mit seinen über neun Minuten Spielzeit ist „Silent Pictures“ das erwartete und erhoffte Monster zu Beginn. So einsam und desorientiert die Gitarre anfänglich noch klingt, so wuchtig wirkt sie, sobald die Rhythmusabteilung einsetzt. Acid King operieren mit unwahrscheinlich viel Druck und Dynamik, mit singender Gitarre und einer gegen instrumentale Windmühlen ankämpfenden Lori S. Ihr halb gesungener, halb geschriener Vocal-Part verleiht dem Track zusätzliche Dringlichkeit.

Die Vordenkerin der Bay Area-Doomster versucht sich erst gar nicht in den Vordergrund zu kämpfen; ihr tief in die Arrangements eingebetteter und dennoch angenehm auffallender Gesang setzt jeden Track unter Hochspannung. Besonders gelungen ist das klagende, schmerzverzerrte und herrlich freudlose „Red River“. Hier kann vor allem Drummer Joey Osbourne mit zahlreichen Fills und wechselnden Patterns seine ganze Klasse ausspielen. Auch das neueste Mitglied der Acid Kings, Bassist Mark Lamb, übt konstant Druck aus, ohne sich unnötig in den Vordergrund zu spielen.

Drei songdienlich agierende Musiker für eine Halleluja-Kaskade: Understatement war immer schon eine Spezialität der Formation aus der US-amerikanischen Bay Area, die hörbar nichts von ihrer Klasse eingebüßt hat. „Middle Of Nowhere, Center Of Everywhere“ brät einen gewohnt zähen Storch und schreitet – mal schlurfend, mal majestätisch – durch 54 gewohnt unterhaltsame, überlang wirkende Minuten. Acid King waren einst Stoner- / Doom-Vorreiter, heute haben sie viele Nachahmer gefunden. Generisch sind Lori S. und ihre Mitstreiter aber keineswegs geworden, sie überzeugen auch nach zehn Jahren Studio-Auszeit noch.

Wertung: 8/10

Erhältlich ab: 17.04.2015
Erhätlich über: Svart Records (Cargo Records)

Website: www.acidking.com
Facebook: www.facebook.com/AcidkingSF

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Category: Magazin, Reviews

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