The Moth – And Then Rise

| 31. März 2015 | 0 Comments
The Moth

(c) Florian Zeh

Doom und Sludge sind musikalische Gefilde, die man nicht unbedingt mit Hamburg assoziieren würde. The Moth schicken sich an das zu ändern. Der erste Nackenschlag „They Fall“ löste vor zwei Jahren bereits erste Begeisterungsstürme aus und bot genug Feinheiten, auf denen sich aufbauen lässt. Was auf dem Nachfolger „And Then Rise“ nun zelebriert wird, ist alles ‚echt‘ – keine Gimmicks, keine Effektgeräte, nur bratende Gitarren, eine pumpende Rhythmusabteilung und betörende Vocals.

Gelegentlich schielen The Moth mit ihren flotten Riffs in den Stoner-Bereich und machen damit ordentlich Lärm. „Awaiting“ eröffnet gekonnt mit ein wenig Gummitwist, angedeuteter Hoffnungslosigkeit und süffiger Melodik. Gewöhnungsbedürftig hingegen die Vocals: Bassistin Céciles helle, sonore Stimmfarbe ist nicht unbedingt das, was man sich von Stoner / Sludge / Doom erwartet. Entsprechend ist der eine oder andere Durchlauf gefragt, um sich daran zu gewöhnen; der Aufwand lohnt sich, ein fieberhaftes Gitarrensolo spendet fürstliche Entlohnung.

Im krassen Gegensatz dazu steht „Slowly To Die“, das ein wenig an Triptykon-Slowfood erinnert und Céciles weiche Klangfarbe auf das Grabesgrummeln von Gitarrist Freden treffen lässt – ebenfalls gewöhnungsbedürftig, ebenfalls eine spannende Idee. Über weite Strecken bleibt es aber schön süffig und heavy, beispielsweise mit den treibenden Riffs von „Travel Light“ und dem bissigen Hit „Seek And Burn“, während „To Rise (In Vino Veritas)“ sämtliche Vorzüge dieser Platte mit geschickt gesetzten Doom-Einwürfen in knapp fünf Minuten auf den verschwitzten, versteinerten Punkt bringt.

„And Then Rise“ ist eine kurzweilige Platte und logische Fortsetzung des bereits unterhaltsamen Debüts. The Moth treten gerne mal aufs Gaspedal, schätzen aber ebenso die wunderbare Langsamkeit des Seins. Zwischen (anfangs) schwer verdaulichen Vocals und martialischer Dynamik sowie einem überaus organischen, stimmigen Klangbild wähnt man die Hamburger auf dem richtigen Kurs hin zu einer kommenden Überplatte.

Wertung: 8/10

Erhältlich ab: 03.04.2015
Erhätlich über: This Charming Man Records (Cargo Records)

Facebook: www.facebook.com/listentoTHEMOTH

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Category: Magazin, Reviews

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