Scapes – One:Unseen:One

| 2. Januar 2015 | 0 Comments

Scapes

Scapes sind das Baby des finnischen Multiinstrumentalisten Olli Pirkkanen, der Gesang, Gitarre und Schlagzeug übernimmt. Neben seiner Tätigkeit in mehreren extremen Bands baut er sich seit 2007 eben jenes weiteres Standbein zwischen Doom und Dark Metal auf. Das Debütalbum „One:Unseen:One“ wurde zu fünft aufgenommen mit Freunden aus diversen westfinnischen Undergroundbands. Wie viele Mitglieder Scapes tatsächlich hat, ist jedoch unbekannt. Drei sind es auf dem Foto, zwei (neben Pirkkanen wird Bassist Iiro Gustafsson gelistet) auf Facebook. Ähnlich rätselhaft gestaltet sich auch die Musik.

Was Pirkkanen auf diesem Einstand auf die Beine gestellt hat, kann sich hören lassen. Katatonia, Hanging Garden, Paradise Lost, The Man-Eating Tree – düsterer, schwerfälliger Metal mit fatalistisch-romantischer Ader und nicht minder schwierigen, bewegenden Vocals. „Caring Is Gone“ erzeugt binnen Sekunden jene bleierne und doch süffige Atmosphäre, die das Geschehen der folgenden 40 Minuten diktiert und in etwa so klingt, als würde man Rotwein in ein offenes Grab gießen. Gerade die scheinbar endlos leidende, bis in alle Ewigkeit singende Gitarre geht an die Substanz.

Die Kunst von „One:Unseen:One“ ist die Abwechslung. „Every Waking Dawn“ spielt sich beispielsweise ausschließlich im schwerfälligen Akustik-Bereich ab und glänzt mit Querverweisen an Hexvessel. „A Song Of A Mountain“ ist ähnlich instrumentiert, wirkt dabei aber deutlich eindringlicher und folk-metallischer, strahlt durch seine Unschuld unbändige Heavyness aus. Das abschließende „Doomscapes“ quert Doom mit Death Metal-Elementen, ein wenig Groove und ranzigem Old School-Auftreten, ohne dabei vom schwerfällig-predigenden Gesang abzurücken – eine spektakuläre Gratwanderung mit raffiniertem Laut-Leise-Spiel.

Clever ist das, reizvoll ungemein, aber ebenso in manchen Momenten kaum zu greifen. „One:Unseen:One“ will viel und ist dabei sehr häufig auch überaus erfolgreich. Was Scapes jedoch fehlt, ist die Eigenständigkeit, die erst im Rausschmeißer durchscheint. Was sich davor abspielt – und das ist Meckern auf hohem Niveau – kennt man von den zuvor erwähnten Bands bereits, garniert mit der ebenfalls vertraut wirkenden Stimme Olli Pirkkanens. Und doch funktioniert die Kombination, weil Tiefgang und Bandbreite stimmen. Melancholiker können mit diesen verwundbaren Nebelschwaden nichts falsch machen.

Wertung: 8/10

Erhältlich ab: 02.01.2015
Erhätlich über: Nihil Ultra (Nonstop Music Records)

Facebook: www.facebook.com/scapesband

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Category: Magazin, Reviews

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