N – Saarn / Heven

| 31. Dezember 2014 | 0 Comments
N (Hellmut Neidhart)

(c) Denovali Records

Als N veröffentlicht der Dortmunder Experimentalmusiker und Gitarrist Hellmut Neidhart seit Jahren faszinierende Klangexperimente, die sich am ehesten den Kategorien Drone und Ambient zuordnen lassen. Das Kalenderjahr beschließt er mit gleich zwei davon, versehen mit den persönlichen Katalognummern 35 und 36. „Saarn“ und „Heven“ rücken starke Verzerrungen in den Vordergrund – Drone-Aspekte, die Neidhart zuvor nie so intensiv analysiert und bearbeitet hatte. Für jede der beiden Platten werden konträre Herangehensweisen gewählt.

„Saarn“ setzt auf Bandbreite – von wuchtiger, voluminöser Heftigkeit bis zu Minimalismus, stets aggressiv geprägt. Dies zeigt sich bereits im eröffnenden „Toevermanns Gruben“ – im Übrigen ein erfundener Ort – mit seiner lauten, dissonanten Intensität, aus der sich nach und nach becircende Melodien schälen. „Seltene Erden“ hingegen bringt mit seinen statischen Bewegungen und schriller Herangehensweise vor allem Kopfschmerzen, die billigend in Kauf genommen werden. Vertrautes dann zum Abschluss: „Schwarze Heide“ setzt den einst von „Wehle“ auf „Goor“ (N22) begonnen, düsteren Pfad der schwerfällig-schwermütigen Depression fort – ein wütend funkelndes, erhabenes Erlebnis.

Ganz anders schließlich „Heven“. Die Instrumente sind ähnlich, das Ziel ist nun allerdings Schönheit. Gerade der erste der beiden Teile ist hierin erfolgreich. Aus schneidender, verwundbarer Statik entspringt mit fortlaufender Spieldauer eine verletzliche Melodie, die sich dennoch dezent im Hintergrund hält, selten aufflackert und doch ermutigt, den zweiten Teil in Angriff zu nehmen. Darauf zu hören: White Noise, Feedback-Schleifen, immer leise werdendes Echo, totaler Zusammenbruch.

Offene Ohren, Aspirin, starker Magen – drei Faktoren, die für diese beiden Platten von elementarer Bedeutung sind. Die Kunst von „Saarn“ und „Heven“ liegt in der exakten, minutiösen Betrachtung von Distortion und ihren Effekten, von wütenden Wiederholungen und übermannender Verletzlichkeit. Neidhart aka N beschließt das Jahr mit einem schleichenden Knalleffekt, der die für dieses Projekt obligatorische Frage impliziert: Wie mag es wohl weitergehen?

Wertung: 8/10

Erhältlich ab: 31.12.2014
Erhätlich über: Denovali Records (Cargo Records)

Website: www.n-1511.com
Facebook: www.facebook.com/n1511
Hörproben: www.denovali.com/n/

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Category: Magazin, Reviews

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