Krokodil – Nachash

| 12. November 2014 | 0 Comments

Krokodil

Die britische Allstar-Truppe (eine ausnahmsweise verdiente Bezeichnung) Krokodil setzt zur Landung an. Am Start sind aktuelle und ehemalige Mitglieder von Szenegrößen wie SikTh, Cry For Silence, Liber Necris, Hexes und Gallows. Auch Alessandro Venturella bewegt sich in diesem Dunstkreis, ist nun allerdings mit Slipknot unterwegs. Stören wird sich das britische Sextett daran kaum und veröffentlicht „Nachash“ (hebr. für „Schlange“). Das schwerfällige, bärtige Debüt kombiniert mörderische Heavyness mit einem feinen Händchen für sparsam eingesetzte Melodien.

Eröffnet wird das Album vom bereits bekannten „Shatter“, das gemeinsam mit „Dead Man’s Path“ (ebenfalls auf „Nachash“ enthalten) schon im Frühjahr auf Vinyl erschien. Liber Necris-Shouter Simon Wright diktiert das Geschehen in diesem Riffgewitter mit furiosen, wütenden, ungezügelten Shouts. Selbst für ein wenig Gesang bleibt zwischendurch Zeit. Kategorisieren lässt sich dieser Wutbrocken, wie auch der Rest des Albums, nur schwer. Sludge, Hardcore Punk, Alternative Rock und ein Hauch Heavy Metal stecken in diesen knapp fünf Minuten.

Große Fragezeichen umkreisen auch den Rest des Albums. „A Life Lived In Copper, But Painted As Gold“ nimmt beinahe Industrial-artige Klänge auf einen Hardcore-Gummitwist mit, packt zwischendurch die Groove-Brechstange aus und wird stetig von obskuren, melodischen Untertönen umkreist; quasi die straighte Version von Gojira. Selbst Klargesang hält mitunter Einzug, unter anderem im schwerfällig, dreckverkrusteten „Sun Riders“ mit Gastauftritt von Simon Neil (Biffy Clyro) und in den Feedback-Schleifen des kaputten „Sleep Well, Medusa“.

„Nachash“ stellt viele Fragen und beantwortet wenige davon. Was soll beispielsweise die dreckige, basslastige Produktion, die „Reptilia Familiar“ gleichermaßen voluminös und verwaschen, „Phyllotaxis“ feinfühlig, brachial und unsicher klingen lässt? Nach und nach werden die Schichten dieser 45 Minuten freigelegt und doch bleiben gewisse Rätsel. Was genau wollen Krokodil? Wie soll man diesen wuchtigen, unterproduzierten, groovelastigen Wulst verstehen? Die Schlange „Nachash“ häutet sich mit fortlaufender Spieldauer und wird zur unausgegorenen, kaputten Groovepunkcore-Hitplatte zwischen den ungefähren, nicht umsonst auftretenden Polen SikTh und Gallows mit einem Schuss Gojira und Fear Factory. Diese schwer zugängliche Platte erschließt sich erst nach mehreren Durchläufen. Es lohnt sich dranzubleiben.

Wertung: 8/10

Erhältlich ab: 14.11.2014
Erhätlich über: Spinefarm Records (Universal Music)

Facebook: www.facebook.com/krokodilrock

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Category: Magazin, Reviews

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