Minot – Equal / Opposite

| 3. Juli 2014 | 0 Comments

Minot

Ein seltenes Vergnügen bereiten Minot aus Oakland, Kalifornien. Während ein überwiegender Teil instrumentaler Bands sich entweder nachdenklichen Post Rock-Klängen oder aufbrausenden, harschen und doch epischen Metal-Gefilden widmen, versteht sich das US-Trio in bester Fugazi- und Dischord-Manier als schroffe Alternative-Band, die Math-Komplexität mit sperriger Punk-Attitüde und einem Abdriften in deutlich krautigere Gefilde vermengt. Das Zusammenspiel und den Widerspruch dieser Elemente reflektiert der Albumtitel: „Equal / Opposite“.

Wenn sich der Opener „Allostatic Load“ mit verqueren Gitarren und abgehackten Frequenz-Störungen entlädt, fühlt man sich zunächst an 65daysofstatic erinnert, an dieses sperrige Math-Konvolut mit technoiden Untertönen. Von Elektronik halten Minot allerdings – abgesehen von dezenten Samples und Sequencing, das sich über Albumlänge etwas verläuft – wenig und lassen stattdessen wuchtige Gitarrenwände aufziehen. Hier ist Matthew W. Solberg federführend am Werk, getragen von verschachtelten, anspruchsvollen Drums und angenehm lautem Bassgewitter.

Überhaupt, die Lautstärke: „Equal / Opposite“ muss laut gehört werden, um diesen bärbeißigen Wall vollends schätzen zu können. „Tharsis“ zeigt dabei, dass Minot auch vergleichsweise feinsinnige, erzählende Töne beherrschen, während rundherum Störsignale und Vocal-Samples jeglichen Widerstand brechen. Besonders spannend: „Unredacted“ mit seinem vorsichtigen Aufbau, dem markanten, mehrstimmigen Riff und dem krautigen, klassisch angehauchten Finale – ein Prima-Beispiel dafür, wie es um Math Rock 2014 steht.

Die US-Amerikaner lassen sich tragen und demonstrieren eindrucksvoll, dass es auch ohne Gesang geht, dass Instrumentalmusik eine Vielzahl an Stimmungen repräsentieren kann. Vom unterkühlten „The Horizon Problem“ bis zum selbstzerfleischenden, hochgradig anspruchsvollen Finale „White Castle Doctrine“ gibt es wenig Enttäuschungen, ein paar Längen und Wiederholungen zu viel, wohl aber keine eklatant schwachen Momente. „Equal / Opposite“ versteht sich auf Bandbreite, auf Weitläufigkeit, auf halsbrecherische, beinahe metallische Abschnitte und anspruchsvollen Kraut-Prog zu gleichen Teilen.

Wertung: 8/10

Erhältlich ab: 04.07.2014
Erhätlich über: Golden Antenna (Broken Silence)

Website: www.minotband.com
Facebook: www.facebook.com/Minotband

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Category: Magazin, Reviews

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