Insense – De:Evolution

| 25. Mai 2014 | 0 Comments

Insense

Obwohl mittlerweile seit 15 Jahren gemeinsam unterwegs, sind Insense bestenfalls Kennern ein Begriff. Die Tech-Metaller aus Norwegen überzeugen mit anspruchsvoller, intelligenter Musik am laufenden Band, schaffen es jedoch kaum über die Landesgrenzen hinaus – und das, obwohl ihr letztes Album „Burn In Beautiful Fire“ sogar für einen norwegischen Grammy nominiert worden war. So ist „De:Evolution“ vorerst nur per Import zu haben – ein Umweg, den man für diesen Bastard aus Prog, Tech, Extreme und Djent beruhigt gehen kann.

Nicht nur Puristen wird diese Platte vor schwer lösbare Aufgaben stellen. Songs wie „Sick Is The Will“ und „I Tried To Be“ bringen Ausnahmestellung, Problematik und kippende Kinnladen in Position. Insense haben nach wie vor keinen Bock darauf, ausschließlich die klassische Tech- / Extreme-Schiene um Meshuggah, CB Murdoc und Co zu bedienen, ebenso wenig aber moderneren Bands wie TesseracT und Coheed And Cambria exklusiv zugetan zu sein. Klarer, stellenweise gar emoesker Gesang und melodischer Feingeist treffen auf polyrhythmische Hackschnitzelarbeit, Geschwindigkeitswechsel und scharfkantige Moshparts für Mathematikprofessoren – eine abstruse Mischung, die im Vorbeigehen Prog-Visionäre wie Devin Townsend und Lis Er Stille mit auf eine Reise durch Zeit und Raum nimmt.

Wenn überhaupt, dann stehen sich Insense selbst im Weg und haben Spaß dabei. 41 Minuten Musik, in vier Abschnitte unterteilt, leben von kurzen Augenblicken, die kaum die Dreieinhalbminuten-Marke überschreiten und es damit schwer machen, ein dauerhaftes Gefühl der Intensität aufkommen zu lassen. Kaum hat man sich in einen Track eingelebt, sind die Norweger schon wieder drei Blöcke weiter – und das, obwohl Granaten wie „Radio“, „Procreational III“ und „Part II: Undoers Arise“, so komplett konträr sie auch sein mögen, so unheimlich viel zu bieten hätten.

Und doch funktioniert „De:Evolution“, weil diese Atemlosigkeit und das bockige Wechselspiel des norwegischen Quartetts Methode hat, weil man sich mit fortlaufender Spieldauer in diese Platte einarbeitet und die Rastlosigkeit schätzen lernt. Technisch kann sowieso kaum eine Band Insense das Wasser reichen, dazu hat man mit Tommy Hjelm einen der besten Modern-Metal-Sänger der Gegenwart in den Reihen. Ohne Frage haben die Norweger einen zeitlosen Klassiker in sich, doch „De:Evolution“ ist es (noch) nicht, auch wenn man sich auf atemberaubend hohem Niveau beschwert – auf einem Niveau, das viele Mitstreiter Zeit ihrer Karriere nie erreichen werden.

Wertung: 8/10

Erhältlich ab: 23.05.2014
Erhätlich über: Mas-Kina Recordings (Norwegen-Import)

Website: www.insense.no
Facebook: www.facebook.com/insenseHQ

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Category: Magazin, Reviews

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