Coheed And Cambria – The Afterman: Ascension

| 31. Oktober 2012 | 0 Comments

Coheed And Cambria

Coheed And Cambria gelten heutzutage als eines der Aushängeschilder im modernen Prog-Rock-Sektor. Anders gesagt, die Freude ist immer groß, wenn ein neues Baby von Mastermind Claudio Sanchez das Licht der Welt erblickt. Besonderer Grund zur Neugier besteht dieses Mal auch deshalb, weil mit Zach Cooper ein neuer Mann am Bass angeheuert wurde und mit Josh Eppard wieder ein alter Bekannter hinter dem Schlagwerk sitzt. „The Afterman: Ascension“ repräsentiert den ersten Teil eines Doppelalbums und macht schon mal ordentlich Hunger auf den zweiten Teil, welcher Anfang nächsten Jahres erscheinen soll.

Aber alles nach der Reihe. Das sechste Studioalbum der New Yorker ist in soundtechnischer Hinsicht erwartungsgemäß ein ausgewogener Mix der letzten beiden Alben „No World For Tomorrow“ und „Year Of The Black Rainbow“. Der Vierer bewegt sich elegant zwischen modernem Prog-Rock, verspielten Hard-Rock mit Pop-Appeal und dezent experimentellen Ambient-Sounds hin und her. Zusammen mit dem textlichen Inhalt, welcher wieder im Universum der „Amory Wars“ angesiedelt ist, ist das also mehr als nur ein Album für zwischendurch.

Das Intro „The Hollow“ bietet mit melancholischen Piano-Klängen und kurzen Sprechpassagen einen stimmigen Einstieg, bevor es mit dem achtminütigen Epos „Key Entity Extraction I: Domino The Destitute“ mit präziser Gitarrenarbeit und gut getimten Tempowechsel um die Wurst geht. Im anschließende Titeltrack trifft zurückhaltender Flüster-Gesang auf filigrane Gitarren-Leads und dezente Streicher-Passagen. Die Nummer zählt wohl zu den poppigsten Nummern, die die Jungs je geschrieben haben und würde sich sogar im hiesigen Radio gut machen. Das ist aber, was die Qualität des Songs angeht, keinesfalls abwertend gemeint.

„Mothers Of Men“ prog-rockt wieder in knackiger Coheed-Manier und die weibliche Gesangsunterstützung verleiht dem Song noch das gewisse Etwas. Am fast schon noisigen Rocker „Key Entity Extraction II: Holly Wood The Cracked“ werden sich die Geister jedoch scheiden. Irgendwie will der Song nicht so recht in das Gesamtbild passen und wirkt, grob gesagt, sogar etwas nervig. Das bombastisch-mitreißende „Key Entity Extraction III: Vic The Butcher“ macht da schon wieder mehr Laune und dürfte vor allem an der Live-Front für ordentlich Bewegung im Zuschauerraum sorgen. Das progressiv-experimentelle und dennoch eingängige „Key Entity Extraction IV: Evagria The Faithful“ hat das Zeug, sich zu einem Band-Klassiker zu mausern. Die elektronisch-verspielte Ballade „Subtraction“ erinnert an Sanchez Solo-Projekt The Prize Fighter Inferno und rundet die Platte gerade wegen ihrer Einfachheit geschmackvoll ab.

Coheed And Cambria halten die Messlatte weiterhin auf konstanter Höhe. Das Quartett hat ein feines Näschen für die ideale Balance aus Härte, Emotion und Progressivität, und verwandelt „The Afterman: Ascension“ in ein abwechslungsreiches Hörerlebnis. Auch wenn es, wie bei jeder neuen Scheibe der Amis, wieder einige Nörgler geben wird, ist der Mehrheit sicherlich bewusst, dass man zum wiederholten Mal ordentliches Ohrenkino präsentiert bekommt.

Wertung: 8/10

Erhältlich ab: 05.10.2012
Erhältlich über: V2 Music / Cooperative Music (Universal Music)

Website: www.coheedandcambria.com
Facebook: www.facebook.com/coheedandcambria

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Category: Magazin, Reviews

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