Comeback Kid – Die Knowing

| 4. März 2014 | 0 Comments

Comeback Kid

Zeit ist für Comeback Kid kein Faktor. Das letzte Studioalbum „Symptoms + Cures“ hat zwar bereits dreieinhalb Jahre auf den Buckel, untätig waren die erst kürzlich zum Quartett geschrumpften Kanadier aber keineswegs. Neben extensiven Live-Aktivitäten fand Frontmann Andrew Neufeld unter anderem Zeit, eine neue EP mit seinem Nebenprojekt Sights & Sounds einzuspielen. „Die Knowing“, die neue Platte der Hauptband, lässt abermals kaum Wünsche offen.

Der auf „Symptoms + Cures“ eingeschlagene Kurs wird hier fortgesetzt, was vor allem in den ersten beiden Album-Dritteln zahlreiche klassische Hardcore-Punk-Brecher mit sich bringt. Tracks wie „Should Know Better“, „Wasted Arrows“ und „Losing Sleep“ gehen kompromisslos nach vorne, schnörkellos eingespielt und eingebrüllt. Die dazugehörige raue aber ausdifferenzierte Produktion lässt knappe Weisheiten Marke „I Depend, I Control“ prima neben den dezent melodischen Ansätzen von „Somewhere In This Miserable…“ funktionieren.

All diejenigen, die auf die melodisch-melancholischen Comeback Kid warten, werden erst gegen Ende belohnt, dann aber so richtig. „Unconditional“ schleppt sich erschöpft ins Ziel, nimmt das Tempo stellenweise komplett heraus, getragen von fragilen Gitarren und überraschend feurigen Drumsalven. „Didn’t Even Mind“ und der mit klaustrophoben Melodien ausgestattete Rausschmeißer „Sink In“ sind die Punk Rock-Hits dieser Platte, bohren sich als kleine Dornen mit Zuckergussüberzug in die Haut. Geschickt dazwischen platziert: der knappe Hardcore-Brecher „Full Swing“, eine aufreibende Kollaboration mit Original-Sänger Scott Wade.

Die Aufteilung dieser 33 Minuten wirkt eigenwillig, gerade weil die melodischen, Genre-übergreifenden Hits mit „Broadcasting…“-Charme durch die Bank ans Ende des Albums gereiht werden. Somit fließt „Die Knowing“ vielleicht nicht ganz so gut, wie man sich das erhofft hatte, doch je länger die Platte läuft, desto besser kristallisieren sich neben offensichtlichen Hits wie eben jenem „Sink In“ die Stärken der anfänglichen, straighten Baller-Funktion heraus. Auch wenn die knisternde Spannung des Vorgängers fehlen mag, beschwert man sich doch auf hohem Niveau: Wartezeit hin oder her, Comeback Kid ballern und sinnieren immer noch bestens.

Wertung: 8/10

Erhältlich ab: 07.03.2014
Erhätlich über: Victory Records (Soulfood Music)

Website: www.comeback-kid.com
Facebook: www.facebook.com/Comeback.Kid

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Category: Magazin, Reviews

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