Cripple Bastards – Nero In Metastasi

| 11. Februar 2014 | 0 Comments

Cripple Bastards

Nicht umsonst gelten Cripple Bastards als Grind-Institution. Seit mittlerweile 26 Jahren zerlegen die Italiener, inspiriert durch die adriatische Hardcore-Ursuppe um CCM und Negazione, den Underground. Im Verlauf ihrer Karriere nahm das Quintett mehr als 20 (Split-)EPs und vier Alben auf. Das erste Full-Length-Werk seit sechs Jahren erscheint nun bei dem Chef-Krachmachern Relapse. „Nero In Metastasi“ zeigt eine Band, die nicht nur längst angekommen ist, sondern einmal mehr dazu ansetzt, die verdienten Früchte ihrer langjährigen Arbeit einzufahren.

18 Songs – der eine oder andere war bereits auf der ersten Relapse-7″ „Senza Impronte“ zu finden – zerlegen 37 Minuten lang die Grind-Synapsen. Die für das Genre durchaus beeindruckende Spielzeit wird amtlich genützt mit einer Mischung aus Blendgranaten („L’apice Estremo“, „Soggetto Leucemico“) und etwas längeren, dynamischeren Tracks, die ein wenig gen Nasum und jüngere Napalm Death-Vergangenheit schielen. „Malato Terminale“ eröffnet die Platte mit einem wahren Dampfhammer, der langsam aufbaut und schließlich mit hohem Tempo wild um sich schlägt. In eine ähnliche Kerbe schlägt der zweite Wellenbrecher dieser Platte, „Occhi Trapiantati“. Cripple Bastards stellen hier unter Beweis, dass sie sich auch auf schwerfällige, doomig angehauchte Midtempo-Grooves mit Death Metal-Unterbau verstehen.

Apropos Doom: Ein für das Genre mittlerweile unverzichtbar gewordener Doom-Track mit Überlänge hat sich auch hier eingeschlichen. „Splendore E Tenebra“ beginnt vorsichtig, schleißig, hasserfüllt und zersetzt sich schließlich selbst in Noise-Salzsäure. Originell mag das zwar längst nicht mehr sein, passend dafür erst recht. Auf „Nero In Metastasi“ spielen die Italiener ihre gesamte Routine mit scharfkantigen Grind-Bollwerken, Punk-Attitüde und Hardcore-Direktheit aus; routiniert und gefährlich, denn auch nach einem Vierteljahrhundert sind Cripple Bastards kein Stück nachgiebiger geworden.

Wertung: 8/10

Erhältlich ab: 14.02.2014
Erhätlich über: Relapse Records (Rough Trade Distribution)

Website: www.cripple-bastards.com
Facebook: www.facebook.com/cripplebastards

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Category: Magazin, Reviews

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