Alaskan – Despair, Erosion, Loss

| 23. Februar 2014 | 0 Comments

Alaskan

Binnen kürzester Zeit konnten sich Alaskan zu Fixgrößen der nordamerikanischen Post Metal- / Hardcore- und Sludge-Szene etablieren, gleichzeitig auch die durch den Wegfall von Buried Inside entstandene Lücke füllen. „The Weak And The Wounded“, arrangiert rund um Samples aus dem Psycho-Horror-Streifen „Session 9“, ließ den geneigten Hörer an seine Grenzen gehen. Im Vergleich dazu wirkt „Despair, Erosion, Loss“ förmlich erfrischend und locker, geradlinig und doch unheimlich brachial.

‚Geradlinig‘ ist bei diesem kanadischen Trio in entsprechende Relationen zu setzen, denn einfach oder gar geordnet sind diese gut 36 Minuten keineswegs. Mit einem kleinen Sample und einer Art Zurückspulen eröffnet „Sacrifice“ das Album, bevor der Soundwall die Oberhand gewinnt. Was man nun hört, das ist vor allem viel, unheimlich viel, unheimlich wuchtig und doch geordnet genug, um angesichts der übersichtlichen aber doch dreckigen Produktion jedes Instrument für sich erkennen zu können. Über einer Bass- und Schlagzeug-Basis flirren wütende Gitarren – mal etwas singend, mal ein wenig verzerrt und verstörend. Die gutturale Mischung aus Shouts und Growls vollendet schließlich das Gesamtbild.

Unwirtlich, unfreundlich, uncharmant – freilich ist ’nett‘ der kleine Bruder von ’scheiße‘, und nach eben jenem Motto brechen Alaskan durch das Unterholz. Pausen sind eine Seltenheit und werden, wie beispielsweise im Mittelteil von „Submerged“, für einen Hybrid aus dissonanten Gitarren und gespenstischen Hintergrundgeräuschen missbraucht. Ohne Unterlass ballert sich das Trio durch diese Platte, lässt auch in den kurzen, melodischen Passagen von „Guiltless“ eine gewisse Anti-Haltung erkennen. Gegen Harmonien, gegen Schönklang – Schmerzen vor Kompromissen.

Mit eben dieser Taktik fahren Alaskan gut. „Despair, Erosion, Loss“ ist ein weiteres perfektes Beispiel für Post-Hardcore-Wutbürgertum, Sludge-Unarten und ausladende Klangsphären, die Zahnbürsten durch Drahtbürsten ersetzen und Katzen prinzipiell gegen den Strich kraulen. Und doch fällt das neue Werk der Kanadier direkter, geordneter aus, wirkt angesichts der fehlenden Horror-Samples leichter zugänglich und zeigt die nordamerikanische Trifecta der Post-Weisheiten von ihrer Schokoladenseite. Der Vinyl-Release kommt dieser Scheibe erst recht entgegen.

Wertung: 8/10

Erhältlich ab: 28.02.2014
Erhätlich über: Alerta Antifascista Records / Moment of Collapse Records

Facebook: www.facebook.com/alaskanband

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Category: Magazin, Reviews

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