Mammon – Phosphoros

| 4. Oktober 2013 | 0 Comments

Mammon

Die heimische Szene erweist sich aktuell als wahres Mekka für spannende junge Talente, die langsam aber sicher den alten Hasen den Rang ablaufen. Mammon aus Linz wollen ebenfalls mitmischen. Erst im Mai 2012 gegründet und aus (ehemaligen) Mitgliedern von G.O.D., Scavenger Of Souls, Ambassador und Amber McLane bestehend, trat das Trio unter anderem im Mai bei „S.C.U.M. Vol. 2“ mehr als eindrucksvoll in Erscheinung. Keine fünf Monate später erscheint die erste EP „Phosphoros“.

Nach einem kurzen, herrlich finsteren Intro stürzen sich die Linzer in „The Bringer Of Light“. Was sofort auffällt: Max Gierlingers fieses Gekeife macht Laune, sein gerade in diesem Song kaum vorhandener Bass allerdings weniger. Der zurückgedrehte Tieftöner ist das einzige echte Manko dieser EP, die – davon abgesehen – bissigen Blackened Death Metal in Reinkultur bietet. Moe Harringer verdrischt sein Kit stets auf Anschlag, die Riffs von Matthias Gierlinger sind mehr als bloß zweckdienlich. Wenn man das Tempo zeitwillig herausnimmt, beispielsweise im Mittelteil des Titeltracks „Phosphoros“, brodelt es gewaltig. Die Vorbereitung auf den nächsten Gewaltakt gehört zu den Stärken von Mammon.

Zwei echte Highlights hat dieser Einstand zu bieten. „The Summoning“ hält das Tempo ebenfalls hoch, lässt Platz für klirrend kalte Immortal-Gitarren und zitiert bei den spärlich eingesetzten Growls Kataklysm. Noch ein Tacken stärker ist „Rex Regnum“ mit dem einzigen echten ‚Refrain‘ der ganzen EP. Max Gierlinger keift den Songtitel mit Todesverachtung und einer gewissen Scharfzüngigkeit, die als Gegenpol zu den vergleichsweise gemäßigten, beinahe groovenden Strophen vernichtend brachial ausfallen. Einzig die klaren Gitarren im Outro, das den Sturm des Intros abermals aufnimmt und das Geschehen somit abrundet, hätten nicht unbedingt sein müssen.

Freilich beschwert man sich hier auf gutem Niveau. Mit gut 16 Minuten Musik geben sich Mammon bestenfalls ein kurzes Stelldichein, das jedoch wenig Wünsche offenlässt. Selbst der anfangs kaum verhandene Bass nimmt mit fortlaufender Spieldauer ein wenig zu; hier könnte man noch nachbessern. Davon abgesehen bietet „Phosphoros“ einen mehr als attraktiven Einstand einer heimischen Blackened Death-Hoffnung, denen man eine gewisse, durch vorhergehende Bands erworbene Erfahrung anhört. Mammon mögen das Rad nicht neu erfinden, mit ihren ersten vier Songs unterhalten sie dennoch glänzend, wie man spätestens seit den bisherigen Live-Auftritten weiß.

Wertung: 8/10

Erhältlich ab: 04.10.2013
Erhätlich über: Eigenvertrieb

Facebook: www.facebook.com/MammonRexRegum

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