Distaste – Black Age Of Nihil

| 19. Oktober 2013 | 0 Comments

Distaste

Obwohl sie seit mehr als einer Dekade existieren, liest sich die Diskographie der Linzer Grind-Urgesteine Distaste sehr übersichtlich. Auf zwei Alben, eine Demo und eine Split-Platte mit Bastard Peels hat es das Trio gebracht – eine verhältnismäßig magere Ausbeute. Live zerlegt man dafür alles, was nicht bei Drei an der Bar ist. Wenn es Distaste doch mal ins Studio schaffen, wird es spektakulär. „Black Age Of Nihil“ heißt ihre neue Platte, die als Eigenvertrieb auf CD und als Bandcamp-Download erhältlich ist.

Mit Brachialgewalt und intelligenter Dynamik preschen Distaste nach dem zähen, Sample-reichen Intro „At War With Ourselves“ durchs Unterholz. Ein Songtitel wie „In Denver fliegt man gut zu Fuss“ bringt ein gewisses Schmunzeln mit sich, eine zwischenzeitlich eingestreute Abrissbirne Marke „Stellungnahme“ macht Laune. Etwas ‚längere‘ Songs sind anfangs eine Seltenheit, die Zwei-Minuten-Marke wird nur selten geknackt. Passiert dies jedoch („Einsamkeit“, „Bringer Of Death“), packen die Linzer die Groove-Brechstange ein. Gummitwist mit Schlagstock – Distaste gehen dort hin, wo es weh tut.

Besonders interessant sind die beiden letzten, deutlich längeren Songs dieses Albums. Der Titeltrack „Black Age Of Nihil“ ist, wenn man denn so will, der Hit dieser Platte. Das Tempo ist über weite Strecken hoch, der Himmel verfinstert sich. Blackened Death Metal trifft auf Grind-Action, infernale Gastvocals kommen von Ex-Mitglied A. Sethnacht (Eschaton) – ein bösartiges Meisterwerk. „Deuteronomium 13:7-13:12“ bezieht sich auf jene Verse im Gesetzestext des 5. Buchs Mose, die bei Anstiftung zur Anbetung eines anderen Gottes Steinigung befehlen. Zähe, beinahe doomige Grooves und Loops treten hier aufeinander, Armins schmerzverzerrte Vocals hallen in den Nachthimmel und vermögen Gesetzestafeln zu zerbrechen.

Die Wartezeit hat sich gelohnt. Distaste bannen ihre Live-Energie auf Platte, auch wenn kleinere Instrumentals den Fluss von „Black Age Of Nihil“ ein wenig stören. Natürlich ist der Sound ruppig und alles andere als optimiert, doch gerade zu Grindcore passt dieser Underground-Charme wie Arsch auf Eimer. In Form des Titeltracks hat man obendrein einen echten Wellenbrecher an Bord. Die Linzer lärmen unbeirrt weiter und werden mit diesen Songs erneut sämtliche Bühnen in Schutt und Asche legen. Bloß so viel Zeit muss nicht mehr vergehen, bis ein Nachfolger erscheint.

Wertung: 8/10

Erhältlich ab: 06.10.2013
Erhätlich über: Eigenvertrieb

Facebook: www.facebook.com/distastegrind

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