Eschaton – Isolated Intelligence

| 16. März 2012 | 0 Comments

Eschaton

Wenn es um tiefgründige Musik im Extreme Metal-Sektor aus Österreich geht, kommt man seit der Veröffentlichung von „GodMode“ im Jahr 2004 um Eschaton nicht herum. Nach den Zuckungen im Jahr 2010, in dem die EP „An Instrument Of Darkness“ das Licht dieser dunklen Welt erblickte, will man mit „Isolated Intelligence“ nun zeigen, wie man nicht nur Black Metal-Fans an die Boxen fesselt.

Über die grafische Begabung des neuen Bassisten TN lässt sich nicht streiten. Angetan vom Cover-Artwork, welches eine Spur von Leichtigkeit versprüht, frei, aber dennoch komplex wirkt, kann man diese Worte wohl auch auf den Sound der Band übertragen. Eschaton sind nicht mehr die gute alte Black Metal-Band, welche sich mit Hochgeschwindigkeits-Riffs über altbekannten Gewässern aufhält, sie sind musikalisch zu einem richtigen Monstrum mutiert. Dieses Wachstum passierte nicht über Nacht; die gewonnen Reife hört man auch im Opener „Transcending Satanism“ sofort raus. Ohne Aufwärmrunde schießt A. Sethnacht von der ersten Sekunde an aggressive Vocals in das Mikro, welcher mit pulsierendem Drumming und messerscharfem Riffing befeuert wird. Dieser knapp sechs Minuten lange Song fühlt sich wie eine halbe Ewigkeit an – nicht im negativen Sinne; mit gekonnten melodischen Drifts in entfernte Galaxien wird Black Metal neu erfunden.

„Current Void“ startet etwas ruhiger, errichtet jedoch atmosphärisch mit einem melodischen, bedrohlichen Sound einen gewaltigen Wolkenkratzer, dessen oberste Stockwerke leider durch die einsetzenden weiblichen Vocals etwas erschüttert werden. Die Zerstörung hält sich in Grenzen, sind es doch nur kurze Gesang-Parts, wo die Dame den Lichtschalter in der Dunkelheit drückt und dabei vergisst, dass sie mit einer zarteren Stimme noch wesentlich mehr Kontrast bilden und den Song stimmiger gestalten hätte können. Dies ist aber Kritik auf höchstem Niveau, denn der Song hängt auch nach längerer Abstinenz noch lange im Ohr.

The Black Tunnel“ erinnert zweifelsohne ein wenig an Bands wie Long Distance Calling. Mit bedrohlich-abwechslungsreichem Instrumental-Sound schleppt man sich über 15 Minuten am Stück durch die musikalische Vielfältigkeit der Band. Gerade dieser Song erzählt eine Geschichte und ist live uneingeschränkt empfehlenswert. Der Sound klingt gerade hier live um einiges fetter und breiter als auf der CD, wobei sich die Produktion auf österreichischem Niveau betrachtet im oberen Mittelfeld befindet und keineswegs müde klingt.

Mit dieser Band gemeinsam in einem Raum zu stehen, ist wie ein spirituelles Erlebnis. Im Endeffekt ist es ja egal, ob man seine eigenen Eindrücke während dem Hören dieser Musik verarbeitet oder den Geschichten der Band lauscht. Wer auf Kreativität, Aggressivität, Spannung und Bands wie Secrets Of The Moon oder aber auch Dark Fortress steht, sollte hier unbedingt rein hören. Denn „Isolated Intelligence“ ist wahrscheinlich eines der stärksten österreichischen Extreme Metal-Alben der jüngeren Vergangenheit.

Wertung: 8/10

Erhältlich ab: 03.03.2012
Erhältlich über: Eigenproduktion

Website: www.eschaton.at
Facebook: www.facebook.com/eschatonchaosworks

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Category: Local Bands, Magazin, Reviews

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